21.01.2021 08:30 |

„Steirische Macher“

Northland: China fliegt auf Outdoor-Mode aus Graz

350 Northland-Shops gibt es allein im „Reich der Mitte“ - die steirische Bekleidungsfirma ist aber auf der ganzen Welt vertreten. Geschäftsführer Arno Pichler erinnert sich an die Anfänge zurück - denn eigentlich hatte der Grazer ganz andere Pläne.

Das Haus in der Grazer Grabenstraße wirkt relativ unspektakulär. Irgendwo am Gelände muss aber wohl ein Jungbrunnen versteckt sein. Denn der Herr des Hauses fällt rein optisch in die Kategorie „Berufsjugendlicher“ - und das im besten Sinne des Wortes. Seine 51 Jahre sieht man Arno Pichler jedenfalls nicht an. Der Grazer ginge gleichzeitig als perfektes Testimonial für sein Unternehmen durch.

Bitter bezahltes Lehrgeld
Gemeinsam mit Schwester Sigrid Url hat er das von Vater Gerwalt Pichler gegründete Familienunternehmen Northland mit viel Fleiß und mitunter auch bitter bezahltem Lehrgeld zu einem „Global Player“ ausgebaut. Und die Firmenzentrale steht eben heute noch im Grazer Norden.

In Österreich gibt es aktuell 33 Geschäfte - am Milliardenmarkt China ist Northland durch Lizenznehmer sogar mit rund 350 Läden vertreten. „Die Marke hat in China eine enorme Zugkraft, der Erfolg ist ungebrochen. Dabei haben uns am Anfang alle ausgelacht. ,Niemand braucht dort eure Mode‘, war damals der Grundtenor“, erinnert sich Pichler zurück.

Northland-Fahne am Kap Horn
Aber nicht nur im „Reich der Mitte“, auch in Südamerika zählt Northland zu den Branchenführern - in Argentinien ist man sogar die beliebteste Outdoor-Marke überhaupt. „Als ich mit meiner Frau dort eine Rundreise gemacht habe und wir dann am Kap Horn, dem südlichsten Punkt der Erde, eine Northland-Fahne gesehen haben, war das schon cool.“

Märkte sind komplett eingebrochen
Doch der Markt im „Land der Gauchos“ ist vollständig eingebrochen - und auch im Rest der Welt ist Corona derzeit der große Spielverderber. „Der Schaden beträgt mehrere Millionen Euro und ist definitiv existenzbedrohend. Ohne unsere Mitarbeiter, die sich den Hintern aufreißen, wären wir verloren - natürlich hat man da in Zeiten wie diesen auch schlaflose Nächte.“

Ans Aufgeben oder einmal etwas anderes zu machen hat der zweifache Vater aber nie gedacht - dabei wollte er eigentlich einen ganz anderen Weg einschlagen. „Ich habe Sportwissenschaften studiert, und für mich war immer klar, dass ich auch etwas in diese Richtung machen will. Mein Bruder war immer fürs Unternehmen vorgesehen - nur ist er eines Tages als Helikopter-Pilot nach Amerika gegangen.“

Als Autodidakt hat er nach und nach das Textilwesen entdeckt. „Ich hab’ mich da wirklich in die Materie hineingearbeitet. Aber im ersten Jahr war ich richtig erfolglos, holte keinen einzigen Auftrag.“

„Wir haben diese Welle zweifellos gut erwischt“
Mit der Zeit entwickelte der Grazer aber einen guten Riecher für Trends. Northland war einer der ersten Outdoor-Spezialisten, die auch Mode für den urbanen Bereich angeboten haben. „Weil uns nur ,steil am Seil‘ und Extremsport zu wenig waren. Wir waren eine der Ersten, die diesen Schritt gewagt haben. Die Leute wollten auf einmal Zusatzfunktionen, atmungsaktive Stoffe und so weiter. Wir haben diese Welle damals zweifellos gut erwischt.“ Die nächste Welle soll das Unternehmen mit seinen knapp 200 Mitarbeitern aus der Corona-Krise führen.

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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