20.01.2021 06:00 |

Entsetzen in Anger

Firmen-Erbin von Ehemann beim Kochen erschossen

Warum nur? Das fragen sich alle in Anger bei Weiz. Die idyllische 4000-Einwohner-Gemeinde in der Oststeiermark steht nach der furchtbaren Bluttat am Sonntagnachmittag unter Schock. Ein 64-Jähriger hatte seine Gattin (61), Erbin einer bekannten Möbelfirma, in der Küche mit einem Kopfschuss getötet.

Wegen des Corona-Lockdowns und der Jännerkälte sind nur wenige Menschen auf den Straßen. Und doch verbreitete sich die Nachricht von der schrecklichen Bluttat in Anger bei Weiz, seit 650 Jahren wirtschaftliches und kulturelles Zentrum im Herzen der Oststeiermark, wie ein Lauffeuer. Denn jeder im Ort kannte die Familie: Das 61-jährige Opfer war die Erbin eines bekannten Möbelunternehmens, wichtigster Arbeitgeber im Ort und weit darüber hinaus.

„Wir können uns das nicht erklären“
Freundlich, aber eher zurückhaltend sei das Ehepaar gewesen, Auffälligkeiten oder sogar Streitereien habe es nie gegeben, sagen geschockte Anwohner. „Wir können uns das alles nicht erklären. Schlimm.“

„Hier sind alle tief betroffen“, bestätigt Bürgermeister Hubert Höfler. „Dass zwei Menschen in unserer Gemeinde ihr Leben verloren haben, ist unfassbar. Meine Anteilnahme gilt der gesamten Familie.“ Es brauche nun Zeit, das Geschehene zu verarbeiten: „Ich versuche zu helfen, wenn ich wo helfen kann.“

Nach Mord selbst gerichtet
Zum Mord und Selbstmord dürfte es bereits am frühen Sonntagnachmittag gekommen sein. Die 61-jährige Frau befand sich gerade beim Kochen, als ihr 64-jähriger Gatte eine Pistole (Kaliber neun Millimeter), die sich legal in seinem Besitz befand, zückte und auf sie feuerte. Sie erlitt einen Kopfschuss und brach tödlich getroffen zusammen. Anschließend richtete der Steirer die Waffe gegen seinen Kopf und drückte ab.

Sohn fand die Opfer
Erst am Tag danach wurden die in der Küche liegenden Leichen entdeckt. Der 34-jährige Sohn des Opfers, der im selben Haus, aber in einem anderen Trakt wohnt, kam von der Arbeit nach Hause, um nach dem Rechten zu sehen. Er hatte zuvor verzweifelt versucht, seine Mutter und seinen Stiefvater telefonisch zu erreichen.

Die sofort verständigte Polizei konnte den Ablauf der Tragödie rekonstruieren, die Toten wurden bereits der Bestattung übergeben. „Ob sich das Motiv je klären lassen wird, ist ungewiss“, berichtet Polizeisprecher Fritz Grundnig.

Gerald Schwaiger
Gerald Schwaiger
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