19.01.2021 07:00 |

Auch im Landestheater

Kulturgenuss nur noch als Stream

Die einen setzen noch stärker auf ein digitales Angebot, die anderen ziehen drastische Konsequenzen und lassen es einfach gut sein. In der Theater-, Kunst- und Musikszene Salzburgs wird aktuell ganz unterschiedlich mit der Lockdown-Verlängerung umgegangen. Das Landestheater schwenkt komplett auf gestreamte Inhalte um. Kleinere Häuser starten frühestens nach Ostern wieder durch.

Wieder nichts. Einmal mehr muss das Salzburger Landestheater seine Pläne ändern. Wo für Ende Jänner Aufführungen vor Publikum angedacht waren, werden nun alle Premieren komplett ins Netz verlegt. „Vor Ende Februar, vielleicht sogar erst im April rechne ich nicht mehr mit Live-Publikum. Aber wir wollen signalisieren: Wir sind da, wir wollen spielen, wir können spielen“, erklärt Landestheater-Intendant Carl Philip von Maldeghem.

Nächste Uraufführung als Stream ist das dokumentarische Flüchtlingsstück #Ersthelfer #FirstAid am 30. Jänner. Seine digitale Premiere soll dann am 6. Februar auch „Heldenplatz“ von Thomas Bernhard feiern. Die Inhalte werden teils gratis, teils auch gegen Bezahlung abrufbar sein (über das Portal Vimeo Pro). „Wir haben bereits vor Weihnachten technisch aufgerüstet und sind für Übertragungen mit drei bis vier Kameras bereit“, verrät Carl Philip von Maldeghem.

Weitere Lockdown-Opfer: Das Salzburger Schauspielhaus muss die ab Ende Jänner angesetzten Loriot-Aufführungen ebenso verschieben wie der Kulturkreis Radstadt sein großes Filmfestival. Auch das Kleine Theater in Schallmoos bleibt bis auf unbestimmte Zeit geschlossen bzw. „bis von Regierungsseite aus wieder Veranstaltungen mit Publikum durchgeführt werden dürfen“.

Die Bachschmiede in Wals hofft auf Veranstaltungen nach Ostern: „Es ist auch dem Publikum nicht zumutbar, ständig Terminänderungen zu bekommen.“ Der Salzburger Amateurtheaterverband bestätigt gleichfalls eine Fortsetzung der Spielpause bis Ostern, spricht seinen Mitgliedern aber Mut zu: „So schwierig die Situation für alle Kulturschaffenden und Kulturinteressierten ist, so wichtig ist es, nicht zu resignieren. Die Theatervorhänge werden sich wieder öffnen, die Spots werden wieder strahlen.“

Die Universität Mozarteum rückt heuer ihren Namensgeber Wolfgang Amadé Mozart in den Fokus: „Zur Aufführung gelangen im Laufe des Jahres alle Werke, die Mozart in seinem letzten Lebensjahr komponierte, sowohl in originaler Gestalt als auch als Inspirationsquelle für verschiedenste Formate.“ Auftakt des neu gegründeten Mozartforums 2021 ist die Premiere de Oper „La clemenza di Tito“. Sie wird am 1. Februar um 19 Uhr live auf der Website der Salzburger Kunstuni gestreamt.

Thomas Manhart
Thomas Manhart
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