ÖGK-Chef im Gespräch:

Corona-Folgen: Wer wird das bezahlen?

Christian Farthofer steht für die Arbeitnehmerseite neu an der Spitze der ÖGK in Niederösterreich. Im Gespräch erzählt der 43-jährige Waldviertler, warum er die Impfung klar befürwortet und welche Herkulesaufgaben das Corona-Jahr 2021 mit sich bringt.

Sie hatten bereits Corona mit leichtem Verlauf?

Christian Farthofer: Ja, ich hab glücklicherweise gerade Antikörper. Ich bin sehr froh, dass es uns in der Familie bisher nicht schlimmer erwischt hat, denn das Virus kann einen üblen Ausgang nehmen.

Werden Sie sich trotzdem impfen lassen?

Auf jeden Fall. Nur will ich keinem, der noch nicht Corona hatte, den Impfstoff wegnehmen. Wir wissen noch immer nicht, welche Langzeitfolgen oder -schäden das Virus anrichtet.

Sie sind also ein Impf-Befürworter?

Absolut. Das Risiko einer Impf-Nebenwirkung steht in keiner Relation zum Risiko, ernsthaften Schaden durch Corona zu nehmen.


Darf man Ihnen in Corona-Zeiten überhaupt zur neuen ÖGK-Funktion gratulieren?

Natürlich. Die Herausforderung bleibt auch in Zeiten der Pandemie gleich: Die Gelder so zu verwalten, dass der Versicherte möglichst viele Leistungen abrufen kann.

Sie werden die Arbeitnehmer in der Landes-ÖGK als Nachfolger von Gerhard Hutter vertreten.

Was wird neu?

Ich bin kein Befürworter großer Revolutionen. Gerhard ist ein Freund und großes Vorbild: keine Rücksicht auf Befindlichkeiten zu nehmen, immer hart, aber fair in der Sache zu bleiben und nie untergriffig zu werden. Die Sozialpartnerschaft in NÖ ist österreichweites Vorzeigemodell, das wir uns jedenfalls erhalten sollten.

Bedeutet das, dass es Stillstand zu Corona-Zeiten gibt?

Im Gegenteil! Die Fragen der Finanzierung und der Digitalisierung stellen große Herausforderungen in der nächsten Zeit dar.

Sie spielen bei der Finanzierung auf die Stundungen der SV-Beiträge an?

Ja, klar. Sobald die Stundungen für Betriebe fällig gestellt werden müssen, kennen wir die Finanzlücke. Wenn ich den Bundeskanzler beim Wort nehme, dass kein Versicherter eine schlechtere Leistung bekommen darf, muss auch klar sein, dass die Einnahmen-Ausfälle ersetzt werden müssen. Zudem wird es eine Herkulesaufgabe, flächendeckend alle Ärzteverträge besetzt zu halten.

Was gibt es bei der Digitalisierung zu erledigen?

Mit der Pandemie wurde vieles rascher umgesetzt. Der digitale Ordinationsbesuch erhält bestes Feedback. Bei chronischen Erkrankungen wäre stundenlanges Warten für die zwei Minuten-Visite dann vorbei. Auch die elektronisch verordneten Rezepte vereinfachen vieles. Die elektronische Gesundschreibung gibt es schon länger. Für mehr Sicherheit in der Coronazeit haben wir auch die elektronische Krankschreibung ermöglicht, die sich bisher bestens bewährt.

Interview: René Denk

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Dienstag, 09. März 2021
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