11.01.2021 16:00 |

Bescheidene Künstlerin

Fini Platzer: Ein Leben nur für die Keramik

„Sollte ich noch einmal auf die Welt kommen, möchte ich wieder Keramikerin werden!“ Diese Worte stammen von Künstlerin Fini Platzer. Platzers Leben war durch Bescheidenheit geprägt, aber ihre Werke zieren die bekanntesten Häuser der Welt. Ihr Leben und ihr Schaffen – in einer neuen Publikation der Galerie Maier.

Heutzutage ist es dank „Google“ und anderweitiger Suchmaschinen ein Leichtes geworden, Nachforschungen anzustellen. Wofür man früher Bibliotheken, Archive und Zeitzeugen aufsuchen musste, genügt heute ein Klick auf die „Enter-Taste“ und fast alles wird transparent und nachvollziehbar. Nicht so im Falle der am 5. Mai 1913 in Innsbruck geborenen und 80 Jahre später in Thaur verstorbenen Künstlerin Fini Platzer. Über sie spuckt das „globale Gedächtnis“ Internet wenig bis gar nichts aus.

Dank der Geschäftsführerin der Innsbrucker Galerie Maier, Stefanie Moser-Maier, wurde nun das Curriculum dieser beeindruckenden Frau in ein ihr sicherlich gerecht werdendes Licht gestellt. Die Vorgeschichte dazu lautet folgendermaßen: Die rührige Galeristin Moser-Maier hatte schon Ende November vergangenen Jahres eine Ausstellung mit Werken der Keramik-Künstlerin geplant, aber Corona machte diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Seit kurzem aber besteht die Möglichkeit, sich mit Fini Platzer und ihrem künstlerischen Schaffen auseinanderzusetzen.

Gepflegte Hände waren „Werkzeuge“
Und zwar in Form einer Publikation, welche schlicht und einfach den Titel „Fini Platzer“ trägt und für deren Inhalt Stefanie Moser-Maier verantwortlich zeichnet. Moser-Maier nutzte die bisherigen langen Zeiten der Lockdowns mit akribischen Nachforschungen über das Leben, der Person und Künstlerin Fini Platzer – unter anderem mit Hilfe von Menschen, die sie kannten. In dem Publikationsabschnitt „Das Wesen Fini Platzers‘ kommt heraus, dass die Künstlerin eine liebenswürdige, aber bestimmte und direkte Person war, die besonders auf ihre gepflegten Hände achtete, da sie ja ihre „Werkzeuge“ waren. Ihre anmutigen Keramikfiguren waren beliebte Geschenke der Stadt Innsbruck an Staatsgäste und hochrangige Persönlichkeiten. Die meisten dieser Figuren zeigen übrigens die „Innsbrucker Bürgerin“.

Von offizieller Seite gibt es aus dieser Zeit (1950er bis 1990er Jahre) keine Aufzeichnungen aller Beschenkten. Gesichert ist jedoch, dass unter anderen Queen Elisabeth, Königin Silvia von Schweden, Mohammad Reza Shah Pahlewi von Persien, US-Außenminister Henry Kissinger, Indira Gandhi und Konrad Adenauer kunstvolle Keramiken aus der Hand von Fini Platzer bekamen.

Hubert Berger, Kronen Zeitung

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