Verhandlungen mit EU

“Revolution zeichnet sich für Bauern nicht ab”

Steiermark
20.11.2010 13:15
Es klingt bürokratisch, es klingt kompliziert und dennoch ist es für die steirische Landwirtschaft die wichtigste Weichenstellung für das nächste Jahrzehnt: In Brüssel wird nämlich in zähen Verhandlungen festgelegt, wie die EU-Agrarpolitik ab 2014 aussehen wird. Es gibt bereits erste Erfolge für die Steiermark, erklärt Kammerpräsident Gerhard Wlodkowski (Bild) im "Steirerkrone"-Interview.

"Krone": Herr Wlodkowski, Sie kommen direkt von den Verhandlungen mit dem rumänischen EU-Kommissar Dacian Ciolos in Brüssel. Auf was müssen sich die steirischen Bauern einstellen?
Gerhard Wlodkowski: Es gibt für die Steirer viele positive Vorschläge: So soll es bei Großbetrieben eine Förderobergrenze geben, Kleinlandwirte sollen mehr unterstützt werden, der Umweltaspekt wird gestärkt und ein klares Bekenntnis zur Lebensmittelsicherheit abgegeben. Die Pläne gehen also in die richtige Richtung.

"Krone": Wie sieht es bei den Bergbauern aus, da waren die Befürchtungen doch groß?
Wlodkowski: Hier zeichnet sich ein Erfolg ab: Die Ausgleichszahlungen werden in der bisherigen Form beibehalten. Das ist ganz wichtig, ansonsten hätte es schlecht ausgesehen.

"Krone": Gibt es denn gar keine negativen Aspekte am vorgelegten Reformpapier?
Wlodkowski: Doch, es drohen durch zusätzliche Umweltstandards - die in Österreich immer schon hoch waren – weniger Direktzahlungen. Generell wird entscheidend sein, wie viel Geld das neue EU-Budget (gilt von 2014 bis 2020, Anm.) für die Landwirte bereithalten wird.

"Krone": Hier ist wohl von Kürzungen auszugehen...
Wlodkowski: Dann wäre aber die Qualitätsproduktion in Europa gefährdet, wir wären Ländern wie Brasilien oder den USA ausgeliefert. Um Unabhängigkeit zu garantieren, muss die Höhe des Agrarbudgets aufrecht bleiben.

"Krone": Es gibt für Sie also noch genügend Fragezeichen?
Wlodkowski: Gegessen ist noch nichts, die harten Verhandlungen gehen jetzt erst los. Eine Revolution zeichnet sich für die steirischen Bauern aber nicht ab.

Interview: Jakob Traby, "Steirerkrone"
Archivbild

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