Ärztemangel in Graz

Zu wenig Mediziner für Betreuung von Drogensüchtigen

Steiermark
19.11.2010 12:18
In der Landeshauptstadt gibt es zu wenig Ärzte für die Betreuung von Suchtkranken. Laut dem Drogenbeauftragten der Stadt Graz wären zumindest fünf zusätzliche Mediziner sowie eine Schwerpunktambulanz notwendig. Zudem befürwortet er die Schaffung eines Konsumraums.

Jene 720 Grazer, die im Drogenersatzprogramm sind, werden von 13 Ärzten betreut. "Eine den Bedürfnissen der Betroffenen entsprechende Betreuung ist da nicht möglich", sagt Ulf Zeder, der Grazer Drogenbeauftragte.

"Hier besteht dringender Handlungsbedarf"
Die schwierige Klientel ("Etwa 80 Prozent der Schwerstabhängigen haben eine psychische Störung") sowie die Gefahr, selbst mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen, wirke auf viele Mediziner abschreckend. Laut Zeder seien zumindest fünf zusätzliche Ärzte notwendig. Zudem fordert er die Schaffung einer Schwerpunktambulanz. So eine gibt es zwar bereits, sie sei jedoch überlastet. Verena Ennemoser, Gesundheitssprecherin der ÖVP-Graz: "Hier besteht dringender Handlungsbedarf!"

"Konsumraum sinnvoll"
Aus hygienischen Gründen befürwortet Zeder einen Konsumraum. Damit könnte vermieden werden, dass die gängige Praxis, Tabletten erst zu schlucken, sie dann aber wieder heraufzuwürgen, aufzukochen und intravenös zu injizieren ("So wird die Wirkung verstärkt") in öffentlichen Toiletten stattfindet.

Mephedron gravierendes Problem
Nach wie vor ein gravierendes Problem sei Mephedron. Die Modedroge war in Österreich bis August legal erhältlich, wurde dann aber verboten. "Seither wird das Zeug eben via Internet im Ausland bestellt", berichtet Zeder. Er warnt vor den Folgen: "Konsumenten sehen nach kurzer Zeit aus, als wären sie dem Tod nahe!"

von Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone"

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Steiermark
19.11.2010 12:18
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Steiermark
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt