Jene 720 Grazer, die im Drogenersatzprogramm sind, werden von 13 Ärzten betreut. "Eine den Bedürfnissen der Betroffenen entsprechende Betreuung ist da nicht möglich", sagt Ulf Zeder, der Grazer Drogenbeauftragte.
"Hier besteht dringender Handlungsbedarf"
Die schwierige Klientel ("Etwa 80 Prozent der Schwerstabhängigen haben eine psychische Störung") sowie die Gefahr, selbst mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen, wirke auf viele Mediziner abschreckend. Laut Zeder seien zumindest fünf zusätzliche Ärzte notwendig. Zudem fordert er die Schaffung einer Schwerpunktambulanz. So eine gibt es zwar bereits, sie sei jedoch überlastet. Verena Ennemoser, Gesundheitssprecherin der ÖVP-Graz: "Hier besteht dringender Handlungsbedarf!"
"Konsumraum sinnvoll"
Aus hygienischen Gründen befürwortet Zeder einen Konsumraum. Damit könnte vermieden werden, dass die gängige Praxis, Tabletten erst zu schlucken, sie dann aber wieder heraufzuwürgen, aufzukochen und intravenös zu injizieren ("So wird die Wirkung verstärkt") in öffentlichen Toiletten stattfindet.
Mephedron gravierendes Problem
Nach wie vor ein gravierendes Problem sei Mephedron. Die Modedroge war in Österreich bis August legal erhältlich, wurde dann aber verboten. "Seither wird das Zeug eben via Internet im Ausland bestellt", berichtet Zeder. Er warnt vor den Folgen: "Konsumenten sehen nach kurzer Zeit aus, als wären sie dem Tod nahe!"
von Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone"
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