30.12.2020 07:00 |

Tradition lebt weiter

Die Mayrische - hier kauften schon die Mozarts ein

Die Mayrische Musikalienhandlung ist gerettet – wenn auch an einem neuen Standort. Den Ausschlag gab nicht zuletzt der kollektive Aufschrei der Salzburger Kulturszene. Garantie für die Zukunft ist das zwar keine, doch zumindest drei weitere Jahre sieht Geschäftsführer Stefan Ragg als gesichert.

Viel mehr Tradition geht nicht. 1592 wurde die Mayrische Musikalienhandlung in Salzburg gegründet, 1828 erwähnte Mozarts Witwe Constanze das Fachgeschäft für Noten und Musikbücher in einem Tagebucheintrag. Dass hier auch Wolfgang Amadeus Mozart selbst Noten erwarb, ist zwar nicht belegt, aber wahrscheinlich.

In den letzten Jahren teilte die „Mayrische“ das Schicksal vieler Spezialgeschäfte. Man informiert sich beim fachkundigen Personal im Laden, gekauft wird dann jedoch online. Noten werden (illegal) kopiert oder heruntergeladen und nicht regulär erworben. „Wir mussten zuletzt stets Geld zuschießen“, erklärt Geschäftsführer Stefan Ragg, warum die Universal Edition als Eigentümer im August 2020 zunächst die Schließung der „Mayrischen“ bekanntgab. Es folgte ein kollektiver Aufschrei der Salzburger Musik- und Kulturszene, der überraschend Gehör fand.

„Die Mayrische ist auch für uns eine Institution“
„Die Mayrische ist auch für uns nicht einfach ein Geschäft, sie ist eine Institution, die wir 1994 mit dem Commitment erworben haben, sie zu erhalten. Angesichts der Proteste haben wir uns noch einmal zusammengesetzt und überlegt, unter welchen Rahmenbedingungen wir weitermachen könnten“, sagt Stefan Ragg. Herausgekommen ist dabei ein neuer Standort im KunstQuartier in der Bergstraße. Musikbücher soll es keine mehr geben, nur der Notenhandel als Kernkompetenz bleibt bestehen. Der Verkaufsraum wird um ein Drittel reduziert, aber sogar mit etwas mehr Platz für besagtes Noten-Sortiment. Auch die Mietbelastung sinkt dadurch um zirka ein Drittel.

Die Neueröffnung in der Bergstraße ist für Anfang Mai geplant, eventuell auch schon im April. Wirtschaftliches Ziel ist „möglichst bald die schwarze Null“. Eine Standortgarantie könne man in Zeiten wie diesen zwar nicht abgeben, aber: „Ein Engagement unter drei Jahren ist nicht angedacht“, verspricht Stefan Ragg.

Thomas Manhart
Thomas Manhart
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