17.12.2020 13:00 |

Deutscher Lockdown

Salzburger Reiter dürfen nicht zu ihren Pferden

Deutschland befindet sich im Lockdown, ab sofort gelten strenge Einreise- und Quarantäne. Bitter für viele Salzburger Pferdebesitzer: Sie haben ihre Tiere in Bayern untergebracht und dürfen sich nun nicht mehr um ihre Lieblinge kümmern. An den Grenzen selbst herrscht derzeit allerdings meist freie Fahrt.

„Ich will ja nicht zum Vergnügen rüber, sondern will mich um meinen Liebling kümmern.“ Tanja Lorenz (44) ist eine von vielen Salzburger Pferdebesitzern, die ab sofort nicht mehr zu ihren Tieren dürfen. Denn: Ihre Rösser sind im benachbarten Bayern untergebracht. Seit Mittwoch befindet sich ganz Deutschland neuerlich im Lockdown – samt strengen Einreise- und Quarantäneregeln.

Besonders bitter: „Numy“, der 16-jährige Wallach von Tanja Lorenz, hat starke Arthrose. Er müsse täglich bewegt werden, sonst bekomme er starke Schmerzen. „Selbst mit tierärztlichem Attest darf ich nicht zu ihm“, sagt Lorenz. Die Behörden in Bad Reichenhall kennen hier kein Pardon. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr gab es nach langem Hin und Her eine Sonderregel. „Unglaublich, dass das jetzt nicht möglich ist.“ In ihrer Verzweiflung hat sich die Bilanzbuchhaltern mittlerweile gar per E-Mail an Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gewandt.

Polizei kontrollierte nur stichprobenartig
Am Mittwoch herrschte jedenfalls an den Grenzübergängen zwischen Salzburg und Bayern meist freie Fahrt. Kontrollen gab es nur vereinzelt, wie ein „Krone“-Lokalaugenschein zeigte. Bayern hatte den Grenzverkehr bereits in der vergangenen Woche eingeschränkt. Prinzipiell ist die Einreise verboten – allerdings gibt es Ausnahmen: Salzburger dürfen zum Arbeiten, Studieren und für den Schulbesuch nach Bayern einreisen. Verwandtentreffen sind ebenfalls erlaubt.

Grenzgängern drohen Strafen bis zu 2000 Euro
Verboten sind während des Lockdowns hingegen Grenzübertritte zwecks Einkäufen, Freizeitaktivitäten und Freundschaftsbesuche. Wer trotzdem nach Bayern will, muss für zehn Tage in Quarantäne. Und: Widerrechtlichen Grenzgängern drohen saftige Geldstrafen von bis zu 2000 Euro.

Nikolaus Klinger
Nikolaus Klinger
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