Wenn Spar-Chef Erwin Schmuck und Wurst-Spezialist Karl Schirnhofer geeint gen Wien marschieren, dann muss die Sache heiß sein. Der Hintergrund: Per 1.1.2012 soll in Kraft treten, dass das Papier, auf dem Wurst, Käse, Fleisch auf die Waage gelegt werden, nicht mehr mitgewogen werden darf. Ganz einfach, so heißt es im Sozialministerium, müsste dafür nur die "Tara"-Taste gedrückt werden.
"Völlig realitätsfremd"
Diese Regelung sei völlig realitätsfremd, argumentieren Schmuck & Co. Diverse Wurstsorten bräuchten diverse Papierstärken, dazwischen kämen oft noch Zwischenlagen, oft agierten drei oder mehr Mitarbeiter auf einer Waage - wie solle man das alles praktizieren?
Karl Schirnhofer: "Das dauert unendlich viel länger. Und wir wissen, dass der Kunde keine Zeit mehr hat. Und dann sofort auf schon verpackte Ware zurückgreift." Wo man die Verpackung ja im Vorhinein mitzahle. Und was im Endeffekt das Ende der Feinkost, für die Österreich berühmt ist, sei, Jobs koste, die Anschaffung teurer neuer Waagen kleine Lebensmittelhändler ruinieren würde. Und wie das künftig auf unseren Bauernmärkten praktiziert werden soll, weiß auch das Ministerium nicht wirklich.
Kunden zahlen drauf
Ziemlich sicher wird der Handel die Kosten für die Verpackung auf den Kunden übertragen. Außer, wie es ein Kunde leger formulierte, "wir holen alles mit dem Tapa-G'schirrl".
von Christa Blümel, "Steirerkrone"
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