Es war keine Frohbotschaft für die Straßengegner, als FPÖ-Chef Gerhard Kurzmann als der neue Verkehrslandesrat präsentiert wurde. Die Landtagssitzung am Dienstag bestätigte diese Einschätzung: "Ich bin überzeugt, dass die S7 und die S36 notwendige Lückenschlüsse sind", sagte Kurzmann klipp und klar. Kritik der Grünen kontert er: "Es gibt ein Maximum an Anrainer- und Umweltschutz." Für Zündstoff ist also gesorgt. Ein Überblick über die heiklen Projekte:
S7 bei Fürstenfeld
Das Verkehrsministerium überprüft seit Monaten alle Autobahn- und Schnellstraßenprojekte in Österreich. Aufgrund der hohen Asfinag-Schulden werden vorerst nur die wichtigsten umgesetzt. Für die Schnellstraße zwischen Riegersdorf und Heiligenkreuz gibt es schon ein Ergebnis: Ja, ab 2011 soll gebaut werden. Der Haken daran: Das Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) steht noch aus.
S36 im Murtal
Noch nicht in die Karten blicken lässt sich das Ministerium bei der Schnellstraße von Judenburg bis Scheifling. "Wir sind überzeugt, dass die S 36 nicht kommt", versprüht Aktivistin Gisela Abraham Optimismus. Falls die Entscheidung anders ausfällt, könnte schon bald gebaut werden: Für den zweiten Abschnitt gibt es einen rechtsgültigen UVP-Bescheid, beim Teilabschnitt 1 steht er noch aus. Bereits auf Eis liegt die S 37 zwischen Scheifling und Friesach (Kärnten).
Verkehrsknoten Ennstal
Mittwoch ist ein Lostag für den neuen Verkehrsknoten bei Schloss Trautenfels: Die Wasserrechtsverhandlung steht an. Die Bürgerinitiative NETT macht gegen die geplante Unterflurtrasse mobil. Sprecherin Barbara Stangel: "Wir befürchten negative ökologische Auswirkungen und eine Kostenexplosion auf etwa 30 Millionen Euro. Daher soll nur ein Kreisverkehr kommen." Und Neu-Landesrat Kurzmann? Der ließ im Landtag aufhorchen: Er könne sich eine Evaluierung der derzeitigen Variante durchaus vorstellen. Vielleicht befürchtet Kurzmann auch, dass die Unterflurtrasse nicht bis zur Ski-WM 2013 fertig wird.
von Jakob Traby, "Steirerkrone"
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