11.12.2020 09:30 |

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Wie die Massentests in der Steiermark ablaufen

Am Wochenende lassen sich tausende Steirer auf Corona testen. Wie funktioniert das genau? Die „Krone“ hat nachgefragt.

Man kann mit Sicherheit sagen: Thomas Dorfer ist geübt im Testen. „Von August bis jetzt habe ich zwischen 8000 und 10.000 Corona-Tests durchgeführt“, sagt der 30-jährige Sanitäter beim Roten Kreuz. Außerdem hat er dutzende Kollegen im Testen eingeschult. „Wichtig ist, dass man mit den Leuten redet und genau erklärt, was man tut“, sagt Dorfer. „Mit ein bisschen Empathie und Vorsicht geht’s immer.“

Also, wie läuft so ein Test genau ab? Zuerst muss der Sanitäter seine Schutzausrüstung anlegen: FFP2-Maske, Anzug („Der ist doch recht warm“), zwei Paar Gummihandschuhe, mit Tape abgeklebt und eine Brille. Mit einem Applikator macht Dorfer den mittlerweile berühmten Abstrich - wo, kann man sich aussuchen. „Die Leute fürchten sich vor der Nase mehr“. Die Empfehlung: Rachen.

Zuerst also kurz husten, dann kommt der Sanitäter mit dem Staberl - zehn Sekunden an der Wange anfeuchten, 20 Sekunden dauert der Abstrich im Rachen. Unser Proband schafft es ohne Husten und Würgen. Bei Nasentest heißt es kurz Schnäuzen, dann ein unangenehmes Ziehen - und vorbei! „Ich will nicht, dass jemand unnötig leidet“, sagt Dorfer.

Positiv Getestete müssen zum PCR-Test
15 Minuten dauert es bis zum Ergebnis - bei den Massentests muss man nicht warten, sondern bekommt es dann via SMS oder Anruf. Ist es positiv, muss man zum PCR-Test.

Fehler in Kauf nehmen
Wieso ist der eigentlich so viel aussagekräftiger? Das weiß Hellmut Samonigg, Rektor der Meduni Graz. „Ein Antigen-Test kann mit Antikörpern die Eigenschaften an der Oberfläche eines Virus messen.“ Er kann also sagen, ob sich ein Coronavirus im Körper befindet - von denen gibt es allerdings mehr als nur das eine, das die Pandemie ausgelöst hat. „Einfach gesagt kann er also ein Auto erkennen, aber nicht das Modell unterscheiden.“ Das kann nur ein PCR-Test, der die genetische Substanz misst.

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Durch viele Antigen-Tests kann man eine gewisse Zahl an asymptomatischen Trägern und Verbreitern des Virus finden und absondern.

Hellmut Samonigg

Auch wenn Antigen-Tests ein Potenzial für Fehlurteile haben, hält Samonigg die Massentests für sinnvoll: „Mit dieser Unsicherheit müssen wir leben.“ 

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