Seit Anfang September war gegen den Geschäftsmann prozessiert worden, stets hatte der Angeklagte jede Schuld von sich gewiesen. Er war davon überzeugt, dass seine groß angelegten Bauprojekte im Nordirak auch hätten fruchten können, wäre er nicht im vergangenen Jahr in Untersuchungshaft genommen worden.
Am Dienstag präsentierte er sich dem Schöffengericht mit einer ganz anderen Verantwortung: Er bekannte sich im Sinne der Anklage für schuldig: "Es tut mir sehr leid, dass es so ausgegangen ist. Ich muss die Verantwortung dafür tragen", meinte der 46-Jährige. Er erkannte auch die Schadenshöhe mit rund 1,5 Millionen Euro an - diese Summe hatte er diversen Investoren und Banken herauslocken können.
"Angeklagter versteht nichts vom realen Wirtschaften"
Der Staatsanwalt sprach in seinem Schlussplädoyer davon, dass sich das wirtschaftliche Scheitern des Beschuldigten durch sein bisheriges Leben ziehe: "Trotz seines BWL-Studiums versteht der Angeklagte nichts vom realen Wirtschaften." Ein Fehler des 46-Jährigen sei es außerdem, dass er denke, er sei "superschlau" und könne alle täuschen, aber nun sitze er da und könne nicht "wie vielleicht bei einem Common-Board-Meeting das Blaue vom Himmel erzählen".
Die Schöffen sprachen den Angeklagten schuldig. Dieser nahm die Haftstrafe sofort an, an die seine bisherige Untersuchungshaft angerechnet wird. Auch der Staatsanwalt legte keine Rechtsmittel ein, das Urteil ist damit rechtskräftig.
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