06.12.2020 09:00 |

Verkürzte Wintersaison

Skifahrer wollten Geld zurück: Klage gescheitert

Mitte März, erster Lockdown: Salzburgs Skigebiete sperren Corona-bedingt zu, die Wintersaison ist gelaufen - normalerweise wird bis in den Mai Ski gefahren. Ein Ehepaar, beide Besitzer von Super Ski Cards, fordert Geld zurück und reicht Klage ein. Doch das Bezirksgericht winkt ab.

Zweimal 747 Euro legte das Ehepaar für die salzburgweit geltenden Saisonkarten hin. Bis zum 16. März wedelten sie an mehr als 20 Tagen auf den Skipisten. Doch nach dem Lockdown war Schluss mit Pulverspaß. Dabei hätten sie bis 3. Mai fahren können, also 49 mögliche Ski-Tage. Umgerechnet wären dies 178 Euro, wie der Kläger – vertreten durch den Zeller Anwalt Sebastian Kinberger – ausrechnete. 356 Euro zuzüglich Zinsen forderte der Mann für sich und seine Frau per Klage von den Bergbahnen Schmittenhöhe ein – dem Vertragspartner, da dort die Karten gekauft wurden.

Kinberger wies dabei auf eine mögliche Bereicherung hin, da die Leistung nicht ganz erbracht wurde. Das Zeller Skigebiet bestritt, beantragte die Klagsabweisung und argumentierte, dass die Karten aufgrund der genutzten Ski-Tage amortisiert seien. Zudem sei eine bestimmte Gültigkeitsdauer nicht zugesichert gewesen – dies sei schon wegen der Schneelage nicht möglich.

Gericht: Gültigkeitsdauer keine Garantie für 205 Skitage
Das Bezirksgericht Zell am See wies am 30. November die Klage ab. Das Datum „bis 3. Mai 2020“ sei eine „Gültigkeitsdauer bei voraussichtlichem Öffnungszeitraum“ und keine Garantie für 205 Skitage. Und: Eine Bereicherung ist „nicht ersichtlich“. Das Ehepaar will jedoch in Berufung gehen, kündigt Kinberger an: „Im Falle des Erfolgs werden etliche weitere Klagen folgen.“

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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