Der Hit begann verrückt: Keine drei Minuten waren um, da stand "St. Hanappi" auch schon Kopf: Corner von Kavlak, Sonnleitner setzte sich im Luftkampf gegen Schildenfeld durch und wuchtete die Kugel per Kopf ins Tor - 1:0! Rapid mit einem Traumstart. Aber der Vorsprung hielt nur zwei Minuten, dann schlug Sturm zurück: Nach einer Ecke bediente Burgstaller Schildenfeld - und der aufgerückte Verteidiger machte seinen Hecht wieder gut, traf aus der Drehung zum 1:1.
Sturm wie gelähmt
Doch der Ausgleich verlieh der Foda-Truppe keine Flügel - ganz im Gegenteil. Sturm wirkte wie schon beim letzten Duell (0:2) gegen die Wiener in Graz wie gelähmt, kam nie ins Spiel und machte sich das Leben selbst schwer. Leichtfertige Ballverluste und schlampige Pässe garnierten den ohnehin schon holprigen und langsamen Spielaufbau. Im Spiel nach vorne klappte praktisch null. Da hatte Rapid mit Sturm leichtes Spiel. Die Hütteldorfer waren aggressiver, bissiger, zweikampfstärker - kurzum in allen Belangen besser! Nur schaute zunächst nichts Zählbares heraus: Die beste Chance vor der Pause hatte Kayhan, der Perthel stehen ließ, aber seinen Stanglpass zur Mitte rettete Schildenfeld vor Salihi in den Corner (14.).
Nur Rapid war hungrig
Die Tore waren aber nur eine Frage der Zeit - und sie kamen wie das Amen im Gebet: Nach der Pause verschärften die Hausherren den Druck, Sturm konnte nur mehr reagieren statt zu agieren. Oder schaute mit großen Augen zu, wie Rapid nach einer Stunde das 2:1 machte: Katzer ging Standfest auf und davon, am Fünfer waren Schildenfeld und Burgstaller gegen Gartler nur Begleitservice. Doch Rapid war noch nicht satt, war hungrig auf den ersten Meisterschaftssieg seit 25. September. Den fixierte Gartler mit dem 3:1 in der 83. Minute. Sturm? Weg vom Fenster, dabei warf Franco Foda mit Edeljoker Mario Haas eine dritte Spitze in die Schlacht. Aber Chancen blieben eine Fehlanzeige.
"Auf Kriegsfuß"
Nach dem verlorenen Schlager machten sich die Sturm-Spieler nichts vor. "Verdient verloren, wir sind nicht ins Spiel gekommen, haben schlecht gespielt," knurrten Szabics & Co. in den Katakomben des Hanappi-Stadions unisono. "Ich hab irgendwie das Gefühl gehabt, dass wir nur das 1:1 verteidigen wollten", sah's Joachim Standfest, der vom Rekordmeister überrascht war: "Mit dieser Aggressivität hab ich nach ihrem Europacupspiel am Donnerstag nicht gerechnet."
Ein Kompliment an seinen Ex-Klub kam auch von Thomas Burgstaller: "Rapid war heute eine Klasse stärker als wir." Das unterstrich auch Franco Foda, der zugab: "Dieses Spiel war für uns einfach nicht zu gewinnen. Kompliment an Rapid, die sind ans Limit gegangen, wir nicht. Ich hab gewusst, dass es schwer wird, Rapid mit aller Macht gewinnen will. Und das haben sie eindrucksvoll umgesetzt." Nicht nur der letzte Biss fehlte seiner Truppe (Klem schied mit einer Knöchelverletzung aus), auch mit dem Ball war sie am Sonntag "auf Kriegsfuß". Foda: "Das Spiel mit dem Ball war unser großes Problem."
von Burghard Enzinger, "Steirerkrone"
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.