Hitzige Debatten

Tauziehen um geplantes 1-2-3-Ticket

Mit dem klaren Bekenntnis zum 1-2-3-Ticket steigen die heimischen Verkehrsverbünde in die teils hitzigen Debatten zwischen den Ländern und dem Bund ein. Die Fachleute wollen aber nicht mitstreiten: Sie fordern vor allem Planungssicherheit. Und begrüßen jede Aktion, die mehr Menschen zum Umstieg auf die Öffis bewegt.

Züge und Busse sollen weder zu spät kommen noch zu früh abfahren. Ähnlich verhält es sich mit dem Einführen des 1-2-3-Tickets. Schon 2021 will Verkehrsministerin Leonore Gewessler diese billigere Zeitkarte auf Schiene bringen. Damit das gelingt, verzichtet das grüne Prestigeprojekt vorerst auf die ersten beiden Stufen. Das bundesweite Ticket um 1095 Euro im Jahr erhält Vorrang – offenbar weil eine Abwicklung über die ÖBB geplant ist.

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Ein „Billig-Tarif“ alleine bringt uns noch nicht mehr Kunden. Das Sparticket darf daher nicht zum Hemmschuh des Angebots werden.

Peter Gspaltl, Chef des steirischen Verkehrsverbundes

Doch das heimische Netz besteht nicht nur aus der Staatsbahn, wie ein Gespräch mit Vertretern der Verkehrsverbünde aus der Ostregion, Oberösterreich und der Steiermark deutlich macht. Einheitlicher Tenor: Man ist für das 1-2-3-Ticket, warnt aber vor Schnellschüssen. „Die Aktion soll mehr Kunden anlocken. Es hilft aber niemandem, wenn diese dann vor überfüllten Zügen oder Bussen stehen“, sagen Karin Zipperer und Wolfgang Schroll vom VOR. Aus der Steiermark meint Peter Gspaltl: „Wir gehen von einem Erfolg des Projektes aus. Das heißt aber auch, dass wir die Infrastruktur weiter ausbauen müssen.“ Noch fehle es dazu an der nötigen Planungssicherheit. „Vor allem die Fahrgäste wünschen sich eine gleichzeitige Einführung aller drei Stufen. Das Ticket für ein oder zwei Bundesländer ist einfach näher an der Lebensrealität“, sagt Herbert Kubasta aus Oberösterreich.

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Wir brauchen einen klaren zeitlichen Fahrplan, bevor zunächst das bundesweite Ticket an den Start geht. Das sind wir den Kunden schuldig.

Herbert Kubasta, Geschäftsführer der OÖ Verkehrsholdingehrsholding

Ungeklärte Fragen gibt es auch im Vertrieb, denn derzeit gibt es in den jeweiligen Regionen gut funktionierende, aber eben unterschiedliche Strukturen. Man will etwa eine Zweigleisigkeit bei Zeitkarten vermeiden. Fazit des VOR: „Wenn der Vertrieb ordentlich geregelt und die nachhaltige Finanzierung vertraglich fixiert sind, ist technisch ein Ausrollen eines 1-2-3-Gesamtpakets kein Thema für die Verbünde und ihre Partnerunternehmehmen. Wir können das.“

Thomas H. Lauber, Kronen Zeitung

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