Prozess am Mittwoch

Zugunglück: Familie möchte endlich abschließen

Steiermark
06.11.2020 06:00

Sie wollte doch nur ihre Tochter in Graz besuchen. Dort kam eine Deutsche (58) aber nie an. Sie starb bei einem verheerenden Zugunglück in Niklasdorf (Steiermark). Am kommenden Mittwoch steht jener Lokführer (48) vor Gericht, der laut Strafantrag für den schrecklichen Vorfall verantwortlich sein soll. Er soll trotz fehlender Fahrerlaubnis losgefahren sein - sein Fahrzeug kollidierte mit einem Eurocity.

Schreckliche Bilder der Zerstörung boten sich den Einsatzkräften am 23. Februar 2018 in Niklasdorf: Damals war ein Cityjet der ÖBB mit einem Eurocity-Personenzug seitlich, im Fachjargon „Flankenfahrt“ genannt, zusammengestoßen. Mit verheerenden Folgen: Eine damals 58 Jahre alte Frau aus Deutschland überlebte den Unfall nicht, ein Fahrgast erlitt schwere Verletzungen, 30 weitere Passagiere wurden leicht verletzt.

Trotz fehlender Fahrerlaubnis soll der Lokführer seinen Cityjet in Bewegung gesetzt haben (Bild: APA/ERWIN SCHERIAU)
Trotz fehlender Fahrerlaubnis soll der Lokführer seinen Cityjet in Bewegung gesetzt haben

Seitenwand komplett aufgerissen
Nächsten Mittwoch findet in Leoben nun der Prozess gegen den damaligen Triebfahrzeugführer (48) statt, der laut Strafantrag den Vorfall verschuldet hat. Angeklagt ist er unter anderem wegen der grob fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Gemeingefährdung. Er soll seine Zuggarnitur in Bewegung gesetzt haben, obwohl er dafür noch keine Erlaubnis hatte. Noch dazu sei das dementsprechende Signal für ihn klar sichtbar gewesen. Durch die Kollision wurde die Seitenwand eines Waggons komplett aufgerissen.

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Der Prozess führt natürlich zu einem Wiederaufleben der Belastung. Die Familie möchte mit dem Geschehenen abschließen.

Der Grazer Anwalt Michael Damitner

Prozess reißt die Wunden erneut auf
Mit verheerenden Folgen für eine damals 58-Jährige: Sie saß im Eurocity, wollte ihre in Graz studierende Tochter besuchen. Doch sie starb beim Unglück. Der Grazer Anwalt Michael Damitner vertritt die Trauerfamilie in diesem emotionalen Verfahren. Heute noch machen sich die Verwandten die freilich unbegründeten Vorwürfe, ob sie den Tod ihrer Liebsten nicht verhindern hätten können. Der Prozess reißt die Wunden erneut auf. Und die Familie hat nur einen Wunsch, Damitner: „Die jahrelange Belastung ist groß. Die Familie will endlich abschließen können.“

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