20.10.2020 18:33 |

„Lehrer-Cluster“

Schulbetrieb an vier Standorten lahmgelegt

An Salzburgs Schulen steigen die Corona-Zahlen täglich: Nach der Schließung des Gymnasiums Zaunergasse wurden auch die Schüler und Lehrer an der Polytechnischen Schule in Salzburg-Stadt sowie an den Volksschulen Thalgau und Unken in Quarantäne geschickt. Für Eltern eine enorme Belastung.

„Ich habe um 19.30 Uhr am Montagabend in meinen Mails gelesen, dass ich mein Kind am nächsten Tag nicht in die Schule schicken kann. Wie soll ich da bitte noch eine Betreuung organisieren?“, ist eine alleinerziehende Mutter eines Schülers am Gymnasium Zaunergasse verzweifelt.

Kein Einzelfall, wie ein Rundruf bei mehreren Elternvereinen zeigte. „Erziehungsberechtigte sind komplett überfordert, da sie nicht wissen, ob sie ihr Kind in die Schule schicken sollen. Werden die Schüler in Quarantäne geschickt, stellt sich das Betreuungsproblem“, berichtet Elternvertreterin Sabine Gabath. Am Gymnasium Zaunergasse findet zurzeit kein Notbetrieb statt. „Wenn die Gesundheitsbehörde die Schule schließt, muss auch keine Betreuung angeboten werden“, kontert Bildungsdirektor Rudolf Mair.

281 Lehrer und Schüler müssen in Quarantäne
Montagabend ging via Schulnachrichten-Dienst „School Fox“ die Nachricht an Mitarbeiter und Schüler der Volksschule Thalgau raus, dass 260 Kinder und 21 Lehrer ab sofort zu Hause bleiben sollen. Grund ist eine positiv getestete Lehrerin. Im Laufe des heutigen Tages werden die Betroffenen getestet. Auch in Unken wurde die Volksschule wegen zwei positiv getesteter Lehrerinnen dicht gemacht. Von einem ersten „Lehrer-Cluster“ kann man indes an der Polytechnischen Schule in der Stadt Salzburg sprechen: Wegen sechs positiv getesteter Pädagogen musste die gesamte Schüler- und Lehrerschaft nach Hause geschickt werden. „Mit der Weisung, die Öffentlichkeit nicht über die Gründe der Schließung zu informieren“, so Lehrer-Gewerkschafter Toni Polivka.

Landesrätin Maria Hutter im Gespräch über Schulschließungen, lange Informationswege und die Kritik an ihrem Umgang mit Covid-Fällen an Schulen:

Frau Hutter, welche Schulen sperren als nächste zu?
Ich habe keine hellseherischen Fähigkeiten, hoffe aber, dass keine weiteren Schulen geschlossen werden. Das entscheidet alleine die Gesundheitsbehörde.

Warum werden Elternvereine über Schließungen nicht informiert?
Alle Betroffenen, die Eltern sowie die Öffentlichkeit werden informiert, sobald der Bescheid vorliegt.

Die SPÖ wirft Ihnen Planlosigkeit beim Umgang mit Corona vor.
Die SPÖ ist in letzter Zeit unsachlich und destruktiv. Politisches Kleingeld aus der Erkrankung von Schülern zu schlagen, lehne ich ab.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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