04.10.2020 11:00 |

Im Pongau

Salzburger verwandelt Pinzgauer in ein E-Auto

Marko Batovanja (44) ist ein echter Tüftler. Der Elektrotechniker und Unternehmer hat - als einer der Ersten- einen Elektro-Motor in einen Pinzgauer verbaut. Auch andere Oldtimer hat er bereits elektrifiziert.

Eigentlich ist der Steyr-Puch Pinzgauer, der hier im Ebener Gewerbegebiet steht, ein Militärfahrzeug. Marko Batavanja verwandelte den begehrten Dreiachser in einen Pick-up mit Elektro-Motor. „Eine Auftragsarbeit für einen Jäger“, erklärt der Unternehmer und schätzt den Wert auf etwa 90.000 Euro. Es ist das derzeit größte Projekt des Auto-Umrüsters – sechs Monate Arbeit stecken drinnen. Neben der Werkstatt steht ein dunkelgrüner Mini-Pick-up: „Es ist der weltweit erste Hybrid-Piaggo. Wir haben vorne einen E-Motor eingebaut, hinten ist der Verbrenner.“ Ein Spaß-Projekt, wohlgemerkt. Genauso wie der himmelblaue Fiat 500er samt MSG-Logo.

In der kleinen Werkstatt findet sich noch ein weißer Porsche 911, Baujahr 81, und ein BMW Z3. Beide Sportwägen werden zurzeit elektrifiziert. Vier bis sechs Wochen braucht der ausgebildete Elektrotechniker für ein Fahrzeug – etwa zehn sind es im Jahr, fast nur Oldtimer: „Bei neuen Autos lohnt es sich nicht, da das Zusammenbauen aufwendiger ist.“ Sogar ein Motorboot hat der gebürtige Kroate bereits elektrifiziert: „Ein Kunde will damit am Wörthersee fahren“, erzählt er.

Tüftler ist sich sicher: „Elektro ist die Zukunft.“
Wie er auf die Idee kam? „Es hat sich so ergeben.“ Batterien seien seine Leidenschaft, erzählt der dreifache Vater. Er entwickelt sie auch weiter und konnte bei seinem Testfahrzeug bereits die Reichweite erhöhen, schildert er stolz. Ein echter Workaholic: 12 bis 13 Stunden lang ist sein Arbeitstag. Vier Mitarbeiter beschäftigt der Kroate, der vor fünfeinhalb Jahren hierherzog und ein Fahrradgeschäft eröffnete. Mittlerweile betreibt er zwei, eines in Eben und eines in Oberalm - das eigentliche Hauptgeschäft. Batovanja denkt aber an die Zukunft, plant den Bau einer Halle. Hier in Eben. „Ich wurde sehr menschlich aufgenommen und möchte etwas zurückgeben.“ Es gab nämlich auch schon Übernahmeversuche durch Konzerne.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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