16.09.2020 19:00 |

Naturkundemuseum

Grazer Forscher stellt die Welt der Ameisen vor

Das Naturkundemuseum hebt die Ameise mit der aktuellen Ausstellung „Von Sklavenjägern und Viehhaltern“, die ab morgen zu besichtigen ist, auf ein Podest. Der Grazer Zoologe Herbert C. Wagner hat bereits vorab einen faszinierenden Einblick in die (ziemlich brutale) Welt der kleinen Krabbeltiere gegeben. Am 18. September startet die Ausstelltung.

Es gibt Menschen, für die sind Ameisen zum Lebensinhalt geworden: Der Grazer Zoologe Herbert C. Wagner kennt sie alle, weiß über ihr Verhalten und ihre Vorlieben Bescheid. Was ihn daran so fasziniert? Eine Frage, die er nicht beantworten kann. „Es gibt viele gute Grüne für Ameisen. Ich habe mich schon als Vierjähriger dafür interessiert, bevor ich wusste, dass es Ameisenforscher gibt.“ Gemeinsam mit Michael C. Niki Knopp, Wolfgang Paill und Ursula Stockinger hat Wagner die kleine, feine Ausstellung im Naturkundemuseum des Museum Joanneum kuratiert.

200.000 Tierchen sind live zu bestaunen
Dort krabbeln sie nun vom einen Raum in den anderen, über die Köpfe der Besucher hinweg, durch ihre Glas-Kolonie hindurch. „Beim Futtertrog essen sie Zuckerwasser, in der Ecke ist der Friedhof für die toten Arbeiterinnen“, erklärt Wagner. Etwa 200.000 Ameisen – alle davon übrigens Weibchen – leben in der Museums-Kolonie. In der Steiermark gibt es rund 100 Arten. „Die Arbeiterinnen pflegen die Königinnen, putzen sie und kümmern sich um sie“, sagt Wagner. Sie sind es, die Bausubstanz für die Haufen oder tote Kolleginnen durch die Röhren tragen. In einem großen Kasten wird ein Querschnitt eines Ameisenhaufens sichtbar.

Es kann auch brutal zugehen in der Welt der Ameisen, wenn eine Königin ausfliegt, ein Sklavenvolk zu erobern. „Sie dringen in die Nester ein, es kommt zum Kampf. Nur wenige überleben das und töten dann die Königin der Sklavenameisen“, erklärt Wagner. Königinnen werden bis zu 25 Jahre alt.

Klimawandel belastet Artenvielfalt
Der zweite Raum der Ausstellung widmet sich der Artenbestimmung. Dabei gibt es vor allem zwei Gruppen, in die man die Arten einteilen kann. „Wenn man sich unsicher ist, kann man die Ameise auch kosten“, weiß der Experte.

Der Klimawandel geht übrigens auch an den steirischen Ameisen nicht spurlos vorbei: Wenn etwa Moore vertrocknen oder Flussufer verbaut werden, verlieren viele bedrohte Arten ihren Lebensraum.

Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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