14.09.2020 19:00 |

„Kindern eine Chance“

Selbst Corona kann den Verein nicht stoppen

Die 300 Mitarbeiter des Tiroler Vereins „Kindern eine Chance“ unterstützen die Kinder in Uganda weiterhin, auch wenn alles wegen Corona ein bisschen anders ist.

Aus Angst vor dem Corona-Virus sind in Uganda noch immer alle Schulen geschlossen. Etwa 15 Millionen Kinder müssen laut der Hilfsorganisation ZOA daheim bleiben, die meisten Lehrerinnen und Lehrer verloren ihren Job. Doch die Arbeit von „Kindern eine Chance“ wird fortgesetzt - und zwar mit „Home Schooling“ der etwas anderen Art, da nur die allerwenigsten Kinder in Uganda Zugang zu einem Computer haben.

Lernen unter dem Schatten eines Baumes
Anstatt an einer der 13 Schulen der Organisation mehrere Kinder auf einmal zu unterrichten, werden die Schüler an öffentlichen Plätzen in Kleingruppen betreut. Florence, eine der 150 Lehrerinnen und Lehrer von „Kindern eine Chance“, macht es sich etwa mit den Kindern im Schatten eines Baumes gemütlich. Dort werden Hausaufgaben kontrolliert, Fragen beantwortet und neue Aufgaben gestellt.

Arbeit teils nur durch Sondergenehmigung
Doch nicht nur der Unterricht fehlt den Kindern – es entfällt dadurch auch eine tägliche warme Mahlzeit. Durch eine Sondergenehmigung war es den Sozialarbeitern in der ersten Phase der Pandemie möglich, Mais und Bohnen sowie Seife an die Patenkinder und ihre Familien auszuliefern. In der Regenzeit werden die Haushalte nun hauptsächlich mit Saatgut unterstützt.

Die Hilfe wird auch durch das inzwischen eingebrochene öffentliche Verkehrsnetz eingeschränkt. Denn die vor allem im ländlichen Raum unverzichtbaren Motorrad- Taxis (Boda-Bodas) wurden verboten. HIV-kranke Kinder müssen nun von den Sozialarbeitern in das nächste Krankenhaus gefahren werden, da es ihnen sonst an lebenswichtiger Medizin fehlt. Doch Zumindest durften die Behinderteneinrichtungen von „Kindern eine Chance“ wieder aufmachen. Diese Sondergenehmigung ist für den Verantwortlichen für Behindertenarbeit, Thomas Knapp, ein großer Erfolg: „Davor konnten unsere Therapeuten die Kinder nur mit Motorrädern besuchen, was nun in der Regenzeit immer schwieriger wird.“

Schuhe schenken und dadurch doppelt helfen
„Normalerweise haben unsere Paten immer die Möglichkeit, ein Geschenk an ihre Patenkinder zu schicken“, erklärt Gründerin Gabi Ziller, „doch da dies derzeit nicht möglich ist, haben wir umdisponiert. Viele Paten haben für 10 Euro in der eigenen Schusterei in Uganda, wo wir Jugendliche ausbilden, Schuhe bestellt. Diese werden dann von den Sozialarbeitern an die Kinder ausgeliefert.“

Für Gründer Stefan Pleger ist das die perfekte Entwicklungshilfe: Kindern und Jugendlichen Fähigkeiten vermitteln um Dinge zu produzieren, die vor Ort gebraucht werden. „Made in Uganda, made for Uganda“, nennt er es gerne.

Daten und Fakten
2008 gründeten der Völser Stefan Pleger gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Gabi Ziller den Verein „Kindern eine Chance“, um Kindern in Uganda nachhaltige Hilfe zukommen zu lassen - das bedeutet vor allem Schulbildung. Insgesamt 13 Schulen wurden bisher bereits erbaut, hinzu kommen vier Behinderteneinrichtungen und mehrere Werkstätten. - 300 Mitarbeiter sind vor Ort im Einsatz. Unterstützer können eine Patenschaft übernehmen oder einmalig spenden.

www.kinderneinechance.at

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