15.08.2020 16:00 |

Arbeiter (25) starb

„Strommast-Drama“ endet mit Freispruch vor Gericht

Ein morscher Strommast brachte einem Mitarbeiter (25) der Stadtwerke Kufstein 2017 den Tod. Der Betriebsleiter und zwei Geschäftsführer der Stadtwerke wurden wegen des Verdachts der „fahrlässigen Tötung“ angeklagt. Nachdem zuerst ein Gutachten diese belastet hatte, erfolgte nun der Freispruch.

Im Mai 2017 wurden zwei Elektromonteure mit dem Auftrag entsandt, in Kufstein-Riedenberg alte Freileitungen abzubauen. Dabei ging es um Leitungen und Ständer auf Häusern, wobei sich daran anschließend auch drei salzimprägnierte Strommasten befanden. Auf einen dieser optisch und akustisch nicht erkennbar morschen Masten stieg der 25-jährige Mitarbeiter und stürzte in den Tod.

Eltern als Zeugen vor Gericht
Beim dritten Prozesstermin am Freitag mussten die Eltern des tödlich verunglückten jungen Mannes sowie ein Arbeitsinspektor und der damals beim Unfall mitanwesende Montage-Truppleiter vor Richterin Karin Schiffmann am Bezirksgericht Kufstein als Zeugen in dieser tragischen Causa Rede und Antwort stehen. Nach einer vierstündigen, sehr emotionalen Strafverhandlung erging aber letztlich ein Freispruch. Das Gericht begründete diesen im Wesentlichen damit, dass es davon überzeugt ist, dass der angeklagte 62-jährige, sich seit kurzem im Ruhestand befindliche Betriebsleiter der Stadtwerke sehr gewissenhaft war und nicht davon ausgehen konnte, dass der verunfallte junge Mann an diesem Tag einen Masten besteigen würde.

Der Antrag der Staatsanwaltschaft auf Verhängung einer Verbandsgeldbuße wurde abgewiesen. Dazu führte Richterin Schiffmann aus, dass die bei den Stadtwerken gepflogenen Überprüfungsmaßnahmen ausreichend waren und auch für die Prüfung des gegenständlichen Masten ausgereicht hätten. Diese Entscheidung ist mangels Erklärung der Staatsanwaltschaft noch nicht rechtskräftig.

Geschäftsführer der Stadtwerke erleichtert
Markus Atzl, einer der Geschäftsführer der Stadtwerke, ist mehr als erleichtert über den Ausgang des Prozesses und meint: „Es muss so wie bei diesem dramatischen Arbeitsunfall nicht immer jemand schuldhaft beteiligt sein. Unser Betriebsleiter wurde freigesprochen, so wie auch wir die Stadtwerke Kufstein als Verbandsverantwortliche“.

Hubert Berger, Kronen Zeitung

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