02.06.2020 07:00 |

Cold Case kommt ins TV

Mordfall „Tschechen-Heli“ ist immer noch ungelöst

Mit vier Messerstichen ist am 20. Juli 2015 der damals 54-jährige Helmut Karl G. in seinem Miethaus am Grazer Kehlberg ermordet worden. Zeugen sahen noch einen Mann auf einem Fahrrad flüchten, doch von ihm fehlt jede Spur. Jetzt wird der Mord als „Cold Case“ geführt und am Mittwoch in „Aktenzeichen XY“ neu aufgerollt.

„Hilfe, ich kann nicht mehr!“ - blutüberströmt und mit dem Tod ringend schleppte sich am 20. Juli 2015 der damals 54-jährige Helmut Karl G. zu seinen Nachbarn. Doch es war zu spät. Es sollten seine letzten Worte sein. Zu wuchtig waren die vier Stiche eines Messers, das ihm ein bis heute unbekannter Täter zuvor in seinem glanzlosen Mietshaus am eigentlich noblen Kehlberg im Grazer Bezirk Straßgang eine halbe Stunde vor Mitternacht in den Körper gerammt hatte.

Radfahrer flüchtete
Trotz der späten Stunde und obwohl er bereits im Bett lag, hatte der klein gebaute Katzenfreund die Haustür nicht abgesperrt. Was sich im Haus genau abgespielt hat, ist nicht ganz klar. Die Tatwaffe konnte nie gefunden werden. Zeugen beobachteten unmittelbar danach einen Mann, der mit einem Fahrrad davonfuhr. Doch er konnte nicht ausgeforscht werden.

Mehrere mögliche Motive, aber kein Täter
Rache, Eifersucht - Motive für den grausamen Mord kommen beim Vorleben des „Tschechen-Heli“ wohl mehrere in Frage. Er führte früher ein zwielichtiges Dasein als Zuhälter. Spezialisiert hatte er sich auf Wohnungsprostitution, seine Mädchen stammten fast alle aus Tschechien - daher auch sein Spitzname.

Außerdem soll G. ein illegales Spiellokal geführt haben. Dort zockte er Gäste ab - und machte sich Feinde. So mancher schimpfte ihn einen Betrüger, weil er Menschen um viel Geld gebracht haben soll.

Große Pläne blieben unerreicht
Doch er wurde der Unterwelt müde und beschloss, anständig zu werden. Helmut G. schwor dem Rotlichtmilieu komplett ab. Sein Geld verdiente er fortan als Leiharbeiter, außerdem widmete er sich seinen 16 Katzen. Und seiner Freundin, mit der er Auswanderungspläne schmiedete. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen ...

„Aktenzeichen XY ungelöst“ nimmt Fall auf
Fünf Jahre danach tappen die Ermittler immer noch im Dunkeln. Der „Cold Case“, wie ungelöste Fälle genannt werden, liegt jetzt beim Bundeskriminalamt. Und er wird am Mittwoch im Fernsehen bei der Serie „Aktenzeichen XY ungelöst“ um 20.15 Uhr auf ZDF noch einmal aufgerollt. So erhofft man sich, das Rätsel doch noch lösen zu können.

Monika Krisper
Monika Krisper
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