31.05.2020 08:00 |

Immer mehr Fahrer

E-Roller: Was hinter dem Mobilitätstrend steckt

Sie zischen an Fußgängern vorbei, schlängeln sich durch Staus und überholen Radfahrer: Immer mehr (vor allem junge) Grazer sind auf E-Rollern unterwegs. Es ist ein Gegentrend zum E-Scooter-Verleih-Verbot in der Landeshauptstadt. Die Familie Pongratz vermietet die Roller - und ist auf Expansionskurs im ganzen Land.

Es stimmt, was Onik Pongratz, Inhaber des E-Roller-Verleihs und Geschäfts E-Onix in der Volksgartenstraße, sagt: „Jeder kann sofort mit den Rollern fahren, es ist wirklich leicht.“ Strom einschalten, rechts das Gas, links die Hinterbremse - und schon düst man die ersten Meter entlang. Alleine oder zu zweit, es macht Spaß. Nur die Kurven sind am Anfang noch etwas schwierig, denn die dicken Reifen und der doch recht lange Bau machen die E-Roller wenig wendig. „Nach ein paar Minuten hat man sich aber daran gewöhnt“, verspricht Pongratz.

Es scheint zu stimmen, denn seine Stammkunden kommen immer wieder. „Sobald das Taschengeld da ist, kommen sie“, erzählt er. Vor allem Junge sind auf den Trend aufgesprungen - aber auch ganze Familien oder sogar Firmen buchen die Roller. Laut Pongratz sind sie bis dato einzigartig in Österreich - und der Grazer ist auf Expansionskurs. In Velden eröffnet er mit Frau Alina noch diesen Sommer einen Verleih, Linz und Wien sollen folgen.

Idee aus dem Urlaub in Budapest importiert
Wie das Ehepaar Pongratz auf die Idee gekommen ist? Beim einem Städtetrip in Budapest haben sie ein paar Runden gedreht. Und sich gedacht: „Das braucht Graz.“ Seit August 2019 gibt es E-Onix nun.

Aber auch die beste Idee kommt nicht ohne Kritik aus. „Die rasen immer im Park an mir vorbei, und noch dazu ohne Helm“, ist ein Passant erzürnt. Beim Verkehrsclub Österreich ist man der Meinung, dass Fahrräder für junge Menschen besser seien - wegen der Bewegung. „Diese Scooter sind kein Kinder-Fahrzeug, sondern in der Stadt ein Ersatz für Autos, Mopeds oder Motorräder“, teilt Sprecher Christian Gratzer mit.

Der Vorteil: Weniger Autos bedeuten mehr Platz in der Stadt für Grünraum. „Wichtig ist aber, dass die - ohnedies meist zu schmalen - Radwege rasch verbreitert werden.“ Autolenker sollen darauf achten, die Beschleunigung von E-Fahrzeugen nicht zu unterschätzen. Ansonsten wird es gefährlich. Hannah Michaeler

Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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