10.05.2020 08:00 |

Neue Konzepte

Tiroler Berg- und Skiführer stehen vor Kraftakt

Die heimischen Berg- und Skiführer trotzen mit neuen Konzepten der Krise. Jene, die auf Qualität setzen, fühlen sich gut gewappnet.

"Es hat uns in der Hochsaison getroffen“, sagt Walter Zörer, 1. Vorsitzender des Österreichischen Berg- und Skiführerverbands. Denn üblicherweise sind die rund 800 Tiroler Bergführer bis Anfang Mai mit Gästen auf Hochtouren unterwegs. Unterstützung aus dem Härtefälle-Fonds sei sehr spät gekommen, auf weitere Hilfen warte man unterdessen fast vergeblich.

Tropfen auf den heißen Stein
Seit 1. Mai dürfen die Bergprofis nun wieder offiziell führen. „Kollegen wurden seitdem vereinzelt schon wieder für Ski- oder Klettertouren gebucht, freilich handelt es sich dabei nur um den Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Zörer.

Weil die Hütten geschlossen haben, würden Bergfahrten derzeit ohne Übernachtung als Tagestouren angeboten. „Der Einsatz von E-Bikes, mit denen man so weit wie möglich hinauffährt, macht dies möglich.“ Ein Konzept, das ebenfalls für den Sommer anwendbar sei, sollten die Schutzhäuser nicht flächendeckend öffnen. „Wir hoffen aber natürlich auf die Hüttensaison.“

Fehlende Wertschätzung
Die geschlossenen Grenzen bereiten Zörer und Kollegen natürlich Kopfzerbrechen. Rund 40 Prozent der Kunden kommen aus Deutschland, etwa 60 Prozent unter anderem aus Italien, den Beneluxländern und Österreich. „Der Stehsatz, dass alle ohne deutsche Gäste verhungern, drückt allerdings nicht die echten Wahrheiten aus“, meint der Oberhofer, der in der Tourismusbranche fehlende Wertschätzung gegenüber dem heimischen Gast sieht.

Kritik an Tirol Werbung
Jene Kollegen, die auf Qualität und Tagesprogramme setzen, würden besser durch die Krise kommen. Lieber ein paar Euro mehr verlangen, dafür aber mit weniger Gästen unterwegs sein, lautet das Motto. Damit ließen sich gleichzeitig die Sicherheitsbestimmungen besser einhalten. Kritisch sieht der Bergführerchef die PR-Maßnahmen der Tirol Werbung. „Es wird mit großen Bergsujets geworben, auf die Einbindung von uns Experten verzichtet man aber.“

Die Alpinprofis wollen dafür verstärkt mit regionalen Tourismusverbänden kooperieren und heimische Gäste bewerben. „Einen Sommer wie früher dürfen wir uns 2020 dennoch nicht erwarten“, vermutet Zörer.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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