01.05.2020 09:07 |

Behinderten-Betreuung

Familienvater: „Die Belastung zuhause ist groß“

Eltern, die zurzeit ihre behinderten Kinder zu Hause pflegen, sind unter großem Druck. Sie wissen nicht, wie es weitergehen soll. Das Land will nächste Woche konkrete Pläne zu Besuchsrechten und Quarantäne-Regelungen in den Einrichtungen für beeinträchtigte Menschen vorlegen.

„Seit fast acht Wochen ist unsere Tochter nun bei uns daheim. Wir haben dabei praktisch keine Informationen erhalten, wann sie wieder ins Caritasdorf nach St. Anton in Bruck kann", berichtet Herr Eder, ein betroffener Vater. Die Belastung sei groß.

68 Personen leben in dem Pinzgauer Caritasdorf. Vor knapp zwei Monaten mussten sich Familien entscheiden, ob sie ihre Angehörigen zu sich nach Hause nehmen oder vier Wochen lang in der Einrichtung lassen wollten. Allerdings ohne Besuchsrecht. „Wenn wir unsere Kinder nach St. Anton bringen, müssen sie dort für zwei Wochen in Quarantäne“, erzählt der Vater.

„Das würde sie nicht verkraften“

Seine Tochter könne mit anderen „Rückkehrern“ am 9. Mai wieder in die Einrichtung kommen. „So sehr sie ihr eigentliches Zuhause auch vermisst, solange die Quarantäne aufrecht bleibt, wollen wir unsere Tochter hier behalten“, betont Eder. Besonders schmerzhaft sei, dass sie dort ihren Freund nicht sehen könne. Auch dürfe sie nach der Rückkehr vorerst nicht ihrer normalen Arbeit in der Werkstatt in Piesendorf nachgehen. „Das alles würde sie nicht verkraften“, so ihr Vater.

Land will nächste Woche Fahrplan vorlegen

Wie lang die Quarantäne-Regel aufrecht bleibt, hängt von den Richtlinien des Landes ab. „Auch machen sich viele Eltern Gedanken, ob sie ihr Kind besuchen dürfen“, so Gerhard Feichtner vom Land. Nächste Woche werde ein Konzept veröffentlicht, wie es mit Besuchsrechten und der Quarantäne weitergehen soll.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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