12.04.2020 09:00 |

Vom Eis in die Luft

Ein Grazer versorgt Europa per Luftbrücke

Ex-Eishockeyprofi Matthias Iberer fliegt nun für den Frachtspezialisten Aerologic - auch mitten in der Corona-Krise geht’s für den Steirer nach Asien, von wo er wichtige Medikamente zurück in die Heimat bringt.

Für Österreich stand er 2014 beim Olympischen Eishockeyturnier in Sotschi seinen Mann - jetzt mitten in der Corona-Krise ist er quasi wieder für Rot-Weiß-Rot im Einsatz. Statt aufs Eis geht’s für Matthias Iberer mittlerweile aber in die Luft. Der Grazer ist Pilot bei Aerologic (einem Joint Venture von DHL und Lufthansa Cargo) und fliegt als solcher unter anderem wichtige Medikamente oder medizinische Schutzausrüstung aus Asien nach Europa.

„In China fliegen wir Shanghai und Hongkong an - regelmäßig geht’s aber auch nach Tokio oder in die Emirate“, erzählt der bald 35-Jährige. Den Wechsel vom Eishockeyrink ins Cockpit machte ihm mit Lukas Rozner ebenfalls ein Ex-„Eishackler“ aus der Murmetropole schmackhaft. „Er hat mich sozusagen auf den richtigen Pfad geführt“, lächelt Iberer.

Quarantäne im Hotel
Nach zweijähriger Ausbildung steuert er nun eine Boing 777 mit einem Startgewicht von bis zu 347 Tonnen. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden in Zeiten wie diesen natürlich noch einmal drastisch erhöht. „Vor jedem Start desinfizieren wir das Cockpit, dazu gab’s von der Firma Handschuhe und Schutzmasken.“ Der Fiebertest bei der Einreise ist inzwischen in jedem Land obligatorisch. „Dazu werden die Aufenthalte in jeder Stadt so kurz wie möglich gehalten - bis zum Abflug sind wir im Hotel in Quarantäne, sogar fürs Essen dürfen wir das Zimmer meistens nicht verlassen.“

Das Prozedere ist der zweifache Familienvater inzwischen gewohnt. „Wir sind ja auch im Jänner und Februar, als in Asien das Virus am Höhepunkt war, dorthin geflogen. Als Europäer ist es schon bewundernswert, wie gelassen die Asiaten mit den Einschränkungen umgehen. Aber Dinge wie das Tragen einer Schutzmaske ist man dort eben gewohnt.“

Zwei Bubenträume erfüllt
Für Iberer gibt es auch durchaus Gemeinsamkeiten zwischen Eishockey und der Arbeit im Cockpit. „Auch wir Piloten müssen als Team funktionieren und spielen uns sozusagen die Pässe zu.“ Mit der Fliegerei hat der Steirer sich einen Kindheitstraum erfüllt. „Ich durfte mein Land bei Olympia vertreten und darf jetzt mit den großen Maschinen fliegen - ein Kollege meinte, dass für mich sogar zwei Bubenträume wahr geworden sind und damit liegt er nicht ganz falsch “ 

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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