06.04.2020 08:00 |

Teilweise Kurzarbeit

Massive Umsatzeinbußen für steirische Apotheken

So schnell können sich die Umstände ändern: Zuerst wurden die steirischen Apotheken überrannt - jetzt kämpfen sie mit Engpässen und manche sogar mit massiven Umsatzeinbußen.

Es sind turbulente Zeiten für die steirischen Apotheken. „Angefangen hat alles mit dem 13. März, als die Beschränkungen angekündigt wurden. Da wurden wir alle überrannt“, erzählt Gerhard Kobinger, Chef der Apothekerkammer. Vor allem Dauermedikation, wie sie etwa Diabetiker brauchen oder Steirer mit hohen Cholesterinwerten, sei „für Monate“ eingekauft worden: „Wir hatten so viel zu tun wie sonst an vier normalen Tagen.“

Anfangs sei es zu dadurch auch zu Lieferverzögerungen gekommen - „weil auch der Großhandel heillos überfordert war“. Aber im Endeffekt habe man alles bedienen können.

Und nach dem Megaansturm sehen sich jetzt einige Apotheken sogar mit dem Gegenteil konfrontiert - nämlich massiven Rückgängen. Kobinger: „Manche kommen derzeit nur auf ein Drittel des sonstigen Umsatzes. Einige Kollegen sind sogar in Kurzarbeit.“ Betroffen seien vor allem Häuser in Innenstadtlagen und Einkaufszentren.

Keine Engpässe

Viele Arzneien werden in China produziert, Indien, das auch ein Herstellerland ist, hat den Export untersagt - dennoch gebe es derzeit keine Engpässe: „Weil sie vielfach nur die Rohstoffe liefern und diese in Europa verarbeitet werden. Im Moment ist alles an gängigen Medikamenten da.“ Man habe aus der Krise bereits Lehren gezogen, sagt Kobinger: „Wir haben gelernt, selbst in großem Ausmaß Desinfektionsmittel herzustellen. Wir haben erfahren, dass Mundschutz nur in China gefertigt wird. Und wir haben erkannt, dass Globalisierung Grenzen hat. Wir brauchen wieder Arzneien, die in Europa produziert werden! Wegen der Verfügbarkeit - aber auch, weil ausländische Anbieter teils mit den Preisen geschmalzen in die Höhen gegangen sind.“

Die Apotheken würden mit der aktuellen Situation professionell umgehen, versichert der oberste Pharmazeut des Landes. Es wurden Plexiglas-Schutzvorrichtungen installiert. Und es gibt ein neues System für die Kunden - jetzt darf man nur dann eintreten, wenn ein Bedienplatz frei ist. „Das nimmt aber jeder Kunde anstandslos zur Kenntnis.“ Zudem arbeiten größere Apotheken in zwei Teams, die nie in Berührung kommen dürfen - „sollte eines durch Krankheit ausfallen, ist noch das zweite da.“

Was gut funktioniert, „obwohl wir auch da von Null auf 100 funktionieren mussten“, sei das kontaktlose Rezept, das der Arzt per Mail, Fax oder über die E-Medikation verordne, so Kobinger.

Christa Bluemel
Christa Bluemel
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