04.04.2020 12:15 |

Sandro Ingolitsch

„Es geht um die Existenz des Vereins“

Der Pongauer Sandro Ingolitsch spricht mit der „Krone“ über Kurzarbeit bei seinem Klub SKN St. Pölten, wie er seinen Geist frisch hält und wie er damit umgeht, dass sein Vertrag im Sommer ausläuft.

Viva la Vida – „lebe das Leben“. Sandro Ingolitsch glaubt fest an dieses Motto, ließ es sich sogar auf seinen linken Oberarm tätowieren. Aktuell ergeht es ihm wie allen anderen: Sein Leben ist durch die Coronakrise stark eingeschränkt. Das stimmt den 22-Jährigen nachdenklich. „Auf jeden Fall beginnt man da zu überlegen“, erklärte er gegenüber der „Krone“. „Ich merke, dass man die kleinen Dinge des Lebens immer schätzen sollte. Vieles war für uns alle selbstverständlich. Jetzt merkt man erst, wie wichtig gewisse Dinge sind.“

Ingolitsch wohnt aktuell zuhause in Bischofshofen bei seinen Eltern. Seine Wohnung in St. Pölten, wo er beim SKN die Schuhe schnürt, ist derzeit verwaist. Mit seinen Kollegen hat er sich rasch auf Kurzarbeit eingestellt, um dem Klub in der Coronakrise unter die Arme greifen zu können. „Für uns alle war klar, dass wir das machen wollen. Es geht um die Existenz des Vereins, daher haben wir das ohne zu zögern durchzogen.“ Dem Verteidiger ist wichtig, dass damit Arbeitsplätze im Verein gesichert werden können. „Wir helfen damit allen Angestellten – im Büro, den Jugendtrainern und mehr.“

„Will Geist frisch halten“
Zuhause absolviert er täglich seine Trainingsprogramm – und bildet sich weiter. „Ich habe begonnen, Spanisch zu lernen“, grinst Sandro. „Das ist gar nicht so einfach. Ich will aber meinen Geist frisch halten.“ Die üblichen Besuche bei seiner Oma („Sie wohnt nur 200 Meter von uns weg“) fallen indes aus. „Wir machen für sie die Einkäufe, aber besuchen kann ich sie nicht. Das fällt mir natürlich schwer.“

Unklar ist, wie es mit der Bundesliga weitergeht. In Belgien wurde bereits ein Schlussstrich gezogen. Die St. Pöltener bilden derzeit das Schlusslicht. An einen Abstieg am Grünen Tisch glaubt er nicht. „Ich hoffe, dass es mit Geisterspielen weitergeht, alles andere ist unrealistisch.“ Doch auch so glaubt er nicht, dass ein Klub ohne Beendigung der Liga absteigen muss. „In dieser Situation wen in die 2. Liga zu schicken, wäre hart.“

Noch offen ist auch seine persönliche Zukunft. Im Sommer läuft sein Vertrag aus, Gespräche mit St. Pölten wurden vorerst auf Eis gelegt. „Ich lasse das auf mich zukommen, bin aber guter Dinge.“

Christoph Nister
Christoph Nister
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