Wegen Corona-Virus

Kontrollen für EU-Tiertransporte gelockert!

UPDATE: Österreich zieht hier nicht mit!

Enttäuschend: Die EU-Kommission hat im Zusammenhang mit dem Covid-19-Virus grenzüberschreitende Tiertransporte erleichtert. Dadurch sollen Warenflüsse unkompliziert werden. Die dazugehörige Durchführungsverordnung ist am Dienstag in Kraft getreten.

UPDATE
Österreich wird diese gelockerten Möglichkeiten nicht in Anspruch nehmen - bei uns gelten weiterhin die sehr strengen Regeln für Tiertransporte! Tierexpertin Maggie Entenfellner hat sich mit Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger sowie dem für Tierwohl zuständigen Minister Rudi Anschober in Verbindung gesetzt. Beide haben versichert, dass Österreich sich weiterhin für ein EU-weites Exportverbot von Schlachtvieh in Drittstaaten einsetzen wird. Sowohl das Gesundheitsministerium, als auch das Landwirtschaftsministerium, haben gegenüber der EU-Kommission bei der Entstehung dieser Verordnung einhellig Kritik geübt, diese wurde nicht berücksichtigt.

In den nächsten zwei Monaten haben die Mitgliedsstaaten die Möglichkeit, Kontrollvorgänge stark zu vereinfachen und abzubauen. So muss es keine offiziellen schriftlichen Zertifikate geben, um die Transporte abzufertigen. Tierschützer kritisieren die Bestimmungen scharf. „Vier Pfoten“ fordert in einer Aussendung einen Stopp aller Lebendtiertransporte während der Zeit der Corona-Krise und einen Umstieg auf die Lieferung von Fleisch beziehungsweise tierischen Produkten.

„Tiere sind keine Ware. Die Ausnahmen, die hier geschaffen wurden, dürfen nicht für Lebewesen gelten“, sagt “Vier Pfoten“-Direktorin Eva Rosenberg. „Statt Tiertransporte zu vereinfachen, müssen sie im Gegenteil gestoppt werden. In der aktuellen Situation weiß man nie, ob ein Land plötzlich seine Grenzen dichtmacht. Dann würden die Transporte feststecken – wie wir es auch schon vor kurzem gesehen haben. Es ist einfach unverantwortlich, lebende Tiere derzeit zu transportieren.“

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Die bisher gültigen Vorschriften der EU-Transportverordnung sind aus Sicht vieler Experten ohnehin viel zu schwach und wurden schon bisher oft nicht eingehalten. Nun wird dieses bereits schwache System noch weiter unterwandert. Eine weitere Befürchtung: Die derzeitige Situation könnte ausgenutzt werden, um Standards auch nach der Corona-Krise nachhaltig aufzuweichen.

„Krone“ engagiert sich besonders
„Krone“-Tierexpertin Maggie Entenfellner ist im regelmäßigen Austausch mit allen Fraktionen von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) bis Rudolf Anschober: „In Zeiten der Corona-Krise gilt es für die Politik natürlich, sich vorrangig um die Gesundheit der Österreicher zu kümmern“, so Entenfellner. „Aber man erkennt ganz deutlich, dass dieses Thema der Politik sehr am Herzen liegt und auf keinen Fall in Vergessenheit gerät!“

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Samstag, 06. Juni 2020
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