19.03.2020 22:00 |

Walchsee

Geschäftsführung von Therapiezentrum infiziert

Fahrlässig ist für viele die Vorgehensweise in einem Therapiezentrum in Walchsee. Es könnten rund 40 Menschen infiziert sein! Die ganze Sache kam ins Rollen, als sich zwei medizinische Fachkräfte, die in der Lymphödemklinik Wittlinger in Walchsee beschäftigt sind, bei der „Krone“ meldeten.

Eine von ihnen äußerte kürzlich ihren Vorgesetzten gegenüber den Wunsch, wegen Corona nach Hause reisen zu wollen, da sie sich nicht mehr sicher fühle. Dieser, in diesen Tagen eigentlich für jeden verständliche Wunsch, blieb ihr aber von den Arbeitgebern verwehrt. Daraufhin trug die Frau bei ihrem Pflegedienst einen medizinischen Mundschutz, da in der Gesundheitseinrichtung laut ihr keine wirklichen Vorkehrungen im Sinne des Coronaschutzes getroffen worden waren.

Nicht Panik schüren
Als die Geschäftsführerin dies sah, ging diese die Frau äußerst scharf an und teilte ihr mit, dass ein solches Verhalten für unnötige Panik unter den Patienten sorge. Bewegung kam dann vorgestern in die angespannte Situation, als der Verwaltungsdirektor - der zudem Bürgermeister von Walchsee ist - und seine Ehefrau positiv auf Corona getestet wurden. Die Therapien wurden daraufhin sofort eingestellt und die Patienten auf ihren Zimmern isoliert.

Anschließend rief man eine Firmen-Besprechung mit dem Prokuristen, dem medizinischen Team und allen anderen Mitarbeitern ein. Im Zuge dieser Besprechung wurde die vertrauliche Information der positiven Testung der Geschäftsführung bekannt gegeben.

Geschäftsführer infiziert
Das nicht dringend benötigte Personal erhielt die Anweisung, nach Hause zu gehen. Knapp 30 Patienten befanden sich seit diesem Tag jedoch – ohne zu wissen, warum – in Einzelquarantäne und stellten sich auf eine Isolation von 14 Tagen ein.

Diese Maßnahme wurde gestern überraschend aufgehoben. Dafür müssen sie sich für 14 Tage in ihren Heimatorten in Quarantäne begeben. Eine Betroffene: „Ich bin sehr beunruhigt und enttäuscht über das Verhalten der Verantwortlichen in so einer kritischen Situation. Zuhause werde ich umgehend die Notnummer 1450 kontaktieren!“

Hubert Berger, Kronen Zeitung

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