19.03.2020 08:00 |

Keine Schutzmaßnahmen

Betroffener Zahnarzt: „Wir sind eine Gefahr!“

Im Gespräch mit der „Steirerkrone“ warnt ein Zahnarzt vor der großen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus in Zahnarztpraxen. Um dem entgegenzuwirken, brauche es adäquate Schutzausrüstung. Doch die werde nicht zur Verfügung gestellt. Ähnlich ergeht es den Physiotherapeuten. Viele sorgen sich um ihre Existenz!

Wie berichtet, schrillen aktuell bei den Zahnärzten die Alarmglocken, weil so gut wie keine Schutzausrüstung zur Verfügung steht. „Wir sind durch unsere Tätigkeiten Multiplikatoren für die Ausbreitung des Virus’“, ist ein steirischer Zahnarzt, der anonym bleiben will, sehr besorgt. Denn: „Beim Bohren wird durch Wasser gekühlt, wodurch ein Sprühnebel im Umkreis von einem Meter entsteht. In keinem anderen Arztberuf ist die Ansteckungsgefahr so groß wie bei uns!“ Laut dem Steirer benötige es Schutzbekleidung, wie sie von Intensiv-Medizinern verwendet wird. „Die gibt es aber nicht!“

Die Praxis ist zu
Die Konsequenz: Seine Praxis ist seit Montag geschlossen. Auch zum Schutz seiner Mitarbeiter: „Ich als Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass sie sich nicht anstecken. Und das kann ich nicht garantieren!“

Probleme auch in Ambulatorien
Dasselbe Problem rund um die fehlende Schutzausrüstung bestehe laut dem Steirer nicht nur bei ihm und der Kollegschaft, sondern auch in den Ambulatorien. Man könne die Zahnärzte den einzelnen Ambulatorien zuteilen und dort die Schutzausrüstungen zur Verfügung stellen. „Ich würde meine Arbeitskraft dort sogar gratis zur Verfügung stellen, denn immerhin geht es mir um das Wohl des Patienten“, unterstreicht er diesen Wunsch. Aber selbst hier sei es derzeit unmöglich, das nötige, schützende Equipment auf die Beine zu stellen.

Zahnärztekammer muss handeln
Sein Anwalt, der Grazer Arbeitsrechtsexperte Andreas Kleinbichler, kritisiert die Untätigkeit der zuständigen Kammer: „Diese muss endlich zum Schutz der Betroffenen tätig werden und für deren Versorgung mit adäquater Schutzausrüstung sorgen!“ Die Kammer selbst hat sich wiederum mit Kritik an der Landessanitätsdirektion zu Wort gemeldet.

Hilfe für Physiotherapeuten
Vor riesigen Problemen stehen auch die Physiotherapeuten. Sie haben direkten Körperkontakt mit Patienten und könnten den Virus an viele Menschen übertragen. Ihre Praxen sind aber bisher nicht behördlich geschlossen - den freiberuflich Tätigen stehen daher keine Ausfallszahlungen zu, ihre Existenz ist bedroht. Zudem fehlt Schutzausrüstung. Ein Lichtblick: Ministerin Margarete Schramböck sagte am Mittwoch Hilfe zu.

Monika Krisper
Monika Krisper
Jakob Traby
Jakob Traby
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