"Es war wichtig, dass wir das Derby zu Hause endlich wieder einmal gewinnen konnten. Der Sieg gibt uns Selbstvertrauen fürs Europa-League-Qualifikationsspiel gegen Dinamo Tiflis am Donnerstag. Wir können mit dem Start zufrieden sein, wir haben zwei gute Partien abgeliefert", betont Kienast, der sich bei Assistgeber Haris Bukva bedankt: "Beide Tore hat er ideal vorbereitet."
Es war zwar sein erster Doppelpack in der Bundesliga, nicht aber als Profi. "In meiner Norwegen-Ära hab ich öfters zweimal genetzt." Nur im Europacup sind Kienast-Tore noch rar gesät: "Erst eines steht zu Buche, das hab ich seinerzeit für Rapid gemacht." Ob er oder Szabics gegen die Georgier treffen, ist ihm herzlich egal. "Wichtig ist nur, dass wir uns eine gute Ausgangslage für das Rückspiel schaffen."
Während Kienast und Kollegen am Sonntag den Grillabend genossen, kurierte Manuel Weber daheim seinen Brummschädel aus. Der Mittelfeldspieler krachte vor der Pause im Luftkampf mit Taboga zusammen. "Es war keine Absicht, ich hab seinen Ellbogen auf die Schläfe bekommen", erzählt Weber, "ich habe ein totales Blackout gehabt, wusste vom Spiel gar nichts mehr."
Franco Foda schaute sich am Sonntag beim Testmatch Feyenoord gegen RCD Mallorca den nächsten Linksverteidiger an: Objekt der Begierde ist angeblich Enrique Corrales (28), der beim Insel-Klub nur zweite Wahl ist. Co-Trainer Thomas Kristl nahm in der Slowakei bei Kosice gegen Bystrica einen weiteren Kandidaten ins Auge. Und in Graz läuft der ehemalige georgische Teamspieler George Popkhadze auf Probe.
Kapfenbergs Pavlov trägt's mit Fassung
Kapfenberg am Tag nach dem Derby: Klar, dieses 0:2 in Liebenau schmerzt - viel mehr drückt aber natürlich die schwere Verletzung von Srdjan Pavlov aufs obersteirische Gemüt. Die erste Nacht im Grazer Unfallkrankenhaus hat der "Bulle aus Serbien" aber gut überstanden - und auch bei der Operation durch Dr. Jürgen Mandl lief alles nach Plan. "Es ist alles gut verlaufen - von daher geht's mir heute natürlich schon besser", sagte Srdjan am Sonntag mit ruhiger aber gefasster Stimme. "Die nächsten sechs Wochen trage ich jetzt einmal Gips - insgesamt, hat mir der Arzt gesagt, muss ich vier Monate pausieren."
Seine Teamkollegen, die ihn schon Samstagabend mit SMS aufmunterten, gaben sich am Sonntag im UKH die Klinke in die Hand und am Abend schaute auch Trainer Werner Gregoritsch auf einen Sprung vorbei. "Es ist vor allem für ihn persönlich ganz bitter. Srdjan hat sich so toll zurückgekämpft, jetzt in der Vorbereitung sehr gut gearbeitet - aber das ist jetzt leider Geschichte. Wir müssen nach vorne schauen", stellt der "Ehrenritter" von Kapfenberg klar.
Ein kadertechnisches Nachrüsten nach dem Ausfall Pavlovs, schließt Gregoritsch vorerst aber einmal aus. "Wir dürfen nach dieser Verletzung nicht in einen Schockzustand verfallen. Jetzt sind eben die Jungen gefragt - werden die Alars, Tiebers, Elsnegs, Kröpfls oder Gregoritschs mit der Aufgabe wachsen müssen."
Natürlich schlägt dem Grazer aber auch das 0:2 im Derby aufs Gemüt - vor allem, dass mit Taboga und Mavric ausgerechnet zwei Routiniers bei den Gegentoren patzten. "Solche Fehler sind bitter. Kienast darf man einfach nicht zweimal so alleine einköpfeln lassen." Am Samstag daheim gegen Mattersburg soll's dann erstmals mit einem "Dreier" klappen.
von Burghard Enzinger und Marcus Stoimaier, "Steirerkrone"
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