16.03.2020 19:30 |

Lokalaugenschein

Corona: Gähnende Leere in den steirischen Städten

Erster Tag der Ausgangsbeschränkung in der Steiermark: Die Steirer waren vernünftig und blieben zu Hause. In der Grazer Herrengasse waren mehr Tauben als Menschen unterwegs, Schlangen bildeten sich nur vor Apotheken.

in Lokalaugenschein gestern in der Grazer Innenstadt. Die Sporgasse: menschenleer. Die Stempfergasse: detto. Auf dem Hauptplatz hat gerade noch ein Würstlstandl offen, in der Herrengasse tummeln sich mehr Tauben als Menschen. Rundherum gibt’s freie Parkplätze, die Spielplätze sind leer, die Straßenbahnen gehen gerade nicht als Leerfahrten durch.

Auch in den Betrieben, die noch offen haben durften, herrscht gähnende Leere. Auf dem Franziskanerplatz bereitet Markus Leiner („Leiner’s“) die Lokalschließung vor: „Wirtschaftlich natürlich eine Katastrophe. Uns bleibt nur die Hoffnung, dass der Spuk möglichst bald vorbei ist.“ Einzig vor den Apotheken gibt’s den einen oder anderen Stau.

Polizisten und Gassigeher bevölkern die Straßen - mit viel Abstand
Wen man am öftesten antrifft: Polizisten auf Streife und Menschen, die mit ihren Vierbeinern Gassi gehen. Was an den geschlossenen Läden auffällt: Fast jeder bittet mittels Plakat um Verständnis und weist gleichzeitig auf Online-Shop und Lieferservice hin.

Lange Schlangen bildeten sich zeitweise auch vor der Stadtapotheke in Gleisdorf. „Aber alles ist sehr gesittet abgelaufen“, sagt Chefin Elisabeth Zirm-Maygraber. „Alle mussten vor der Tür warten, bis wirklich ein Bedien-Platz frei wurde. Jeder hat sich dran gehalten und das mit gebührlichem Abstand gemacht.“ Vom Aufkommen her war es wie ein regulärer Montag, „nach dem enormen Ansturm letzte Woche“. Was ihr auffällt: „Es sind viele Junge hier, die für die Älteren etwas holen.“

Gelassenheit macht sich breit
Einen Platz an der Sonne suchen sich viele sonst zum Beispiel in der Konditorei Ulreich auf dem Fürstenfelder Hauptplatz - auch hier: gähnende Leere. Von der italienisch anmutenden Lebensfreude, die der Ort sonst versprüht, ist nichts zu merken, die Menschen nehmen die Situation aber gelassen.

„So ist es auch bei uns“, sagt Georg Bliem, Chef der Planaibahnen in Schladming, „die Gäste sind zuhause, die Lifte stehen still, die Einheimischen sind unter sich.“ Man sieht sich bei der „Hunderunde“, plaudert aber nur aus der Distanz.

Kein anderes Bild auch in Leoben. „Man fühlt sich fast wie in einem Wild-West-Film vor einer Kulisse“, sagt ein Einheimischer, „man wartet fast nur drauf, dass hier diese fliegenden Heuballen vorbei wirbeln“. Und alle sind gespannt, was weiter passiert. . .

Michael Jakl
Michael Jakl
Christa Bluemel
Christa Bluemel
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