05.03.2020 11:30 |

Winter-Zwischenbilanz

Dreimal so viele Tote auf den Tiroler Skipisten

Weniger Unfälle auf den Pisten, dafür endeten gleich 16 tödlich - diese Verdreifachung ist das auffallendste Fazit der alpinen Unfallstatistik für diesen Winter in Tirol. Eine Übersicht.

Die Statistik ist zum Glück nicht durchwegs „alarmierend“. Bei den gesamten Alpinunfällen ist man mit 2544 im mehrjährigen Vergleich an einem Tiefpunkt angelangt. Der Durchschnitt über zehn Jahre hinweg liegt bei 2801 Alpinunfällen. Bei den Todesopfern gibt es mit 38 aber einen traurigen Spitzenwert. Zum Vergleich: 2018/19 gab es „nur“ 27 Getötete.

Schlimme Bilanz auf Pisten
Die Zahl der Toten lag in Tirol bei 16, das ist ein alarmierender Anstieg, denn in den Vorjahren war diese Zahl immer unter zehn. Die häufigste Todesursache sind Herz-Kreislauf-Störungen, erst danach folgen Stürzen und Kollisionen. Erfreulich: Bei den Verletzten (1265) liegt die Zahl recht deutlich unter dem zehnjährigen Schnitt von 1432 Betroffenen. Karl Gabl, Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit, vermutet, dass das hohe Stresslevel im Alltag für die hohe Anzahl fataler Unfälle verantwortlich ist: „ Die Leute nehmen ihren Alltagsstress mit auf die Piste und sind deshalb unkonzentriert. Das erkennt man daran, dass über 40 Prozent der Unfälle selbstverschuldet sind.“

Deutsche am öftesten betroffen
Die Herkunft der Verunfallten auf den Pisten sieht österreichweit (und wohl ähnlich in Tirol) wie folgt aus: 38 Prozent kommen aus Deutschland, 22 Prozent aus Österreich, acht Prozent aus den Niederlanden und der Rest aus diversen anderen Nationen.

Fünf Lawinetote im bisherigen Winter
Im Vergleich zum Vorjahr sank die österreichweite Zahl der Lawinenopfer um zwei Drittel (von 18 auf sechs). Fünf dieser sechs Lawinenunglücke mit Todesfolge ereigneten sich in Tirol. Am 9. November starben zwei Niederländer am Rettenbachferner; am 31. Dezember ein Deutscher an der Gamskarspitze in St. Anton am Arlberg; am 31. Jänner ein Niederösterreicher am Neuerkogel im Kühtai und am 9. Februar ein Tiroler an der Murkarspitze/Roßkar in Längenfeld. Auffallend: In den vergangenen vier Saisonen lag die Zahl der Lawinentoten in Tirol immer bei fünf, ausgenommen 2017/18 (sechs Todesopfer).

Wenige Alkoholisierte
Die heimische Alpinpolizei erhob nur bei 2 Prozent der Unfallbeteiligten eine Alkoholisierung. In einem längeren Vergleichszeitraum liegt dieser Wert sogar nur bei 1 Prozent.

Andreas Moser
Andreas Moser
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