04.03.2020 19:07 |

Melanie Rinner (22)

Junge Grazerin ist Fleischerin mit Leib und Seele

Die 22-jährige Melanie Rinner wird in naher Zukunft den Grazer Traditionsbetrieb ihrer Eltern übernehmen. Ungewöhnlich? Gar nicht, erzählt uns die engagierte junge Frau im „Krone“-Interview.

„Schön, dass unsere Mühen auch belohnt werden!" - Die 69-jährige Aloisia Rinner ist sichtlich stolz, dass das Lebenswerk von ihrer Enkeltochter weitergeführt werden wird. So klar war das nämlich nicht. Erst im Zuge einer Diplomarbeit kurz vor der Matura hat sich das Blatt gewendet. 

„Tag der offenen Tür“ änderte alles
„Ich habe zwar schon als Kind geholfen, Würste abzudrehen“, erzählt Melanie Rinner, aber erst mit dem im Zuge der Diplomarbeit verbundenen „Tag der offenen Tür“ hat die junge Steirerin richtig Einblick in alle Bereiche des elterlichen Betriebes bekommen - und dann war rasch klar: „Das ist, was ich machen möchte!“

Seit dreieinhalb Jahren ist die 22-Jährige jetzt sechs Tage die Woche voller Engagement im Unternehmen am Werkeln. Und das in jedem Bereich.

Ausbildung zum Fleischsommelier mit Auszeichnung
Berührungsängste? Kein Thema. Auch den Weg in den Schlachthof hat sie nicht gescheut, als sie voriges Jahr die sehr anspruchsvolle Ausbildung zum Fleischsommelier mit Auszeichnung abgeschlossen hat. 

Nächstes Jahr steht der Fleischermeister auf dem Programm. „Aber zuerst planen wir einmal im Sommer eine große 100-Jahre-Feier. Hier laufen schon lange die Vorbereitungen. Da bleibt momentan keine Zeit zum Lernen“, lacht die sympathische junge Frau.

Interessant war für die 22-Jährige übrigens bei den ganzen Planungen, die Ausarbeitung der Firmengeschichte - „das war so schön und unglaublich spannend, zu sehen, wie es früher alles gewesen ist.“

Keine Vorurteile
Gab es eigentlich je Vorurteile ihr gegenüber als Frau? „Nein, gar nicht. Allerdings dachten viele, dass ich nur im Verkauf bin“, lacht Melanie.

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Man merkt, dass die Leute wieder viel aufmerksamer werden, wissen wollen, wo was herkommt und dafür auch gern mehr bezahlen.

Melanie Rinner, Fleischsommelier

Aber nur Verkauf war natürlich kein Thema. Sie wollte alles machen. „Mein Papa nimmt mich auch überall dazu. Er ist sehr offen und ich habe viel selbst ausprobieren dürfen.“

„Eltern haben mich nie gezwungen“
Vielleicht war es auch gut von den Eltern, dass sie nie sagten, dass die Tochter den Betrieb übernehmen muss. „Es hieß immer, nur wenn ich will. Aber sie haben schnell mitbekommen, wie viel Spass es mir macht.“ Viel mehr Spass als ihrem älteren Bruder. „Der ist Techniker und hilft auch immer aus, aber das Fleisch ist nicht so seins“, schmunzelt Melanie.

Und die Zukunft? Was wird die bringen? „Schauen wir mal, wie es kommt. Es gibt schon so viele Auflagen. Das ist für Kleinbetriebe wirklich schwer!“

Eva Stockner
Eva Stockner
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