25.02.2020 07:00 |

Automobilexperte warnt

„Die Corona-Krise wird auch Magna treffen“

Der deutsche Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer war am Montag auf Besuch in Graz: Die „Krone“ traf den Uni-Professor zum Gespräch über Herausforderungen im Bereich der E-Mobilität und ob auch 2020 wieder ein gutes Jahr für die steirische Kfz-Industrie wird.

Wie sehen Sie die Steiermark als Automobilland im Vergleich zu Deutschland?
Die Steiermark hat ein sehr großes Know-how an Ingenieuren. Die AVL Graz beispielsweise ist ein Bilderbuch-Unternehmen, Magna ist ganz, ganz wichtig. In der Automobilindustrie stimmt das sonst übliche Verhältnis von 1:7 nicht, sondern die Steiermark ist in diesem Bereich deutlich wichtiger.

In den steirischen Regionen nimmt der Pkw-Verkehr stetig zu - braucht es jetzt eine Trendumkehr?
Ja, und zwar in Richtung E-Mobilität. Das hängt mit dem Klimawandel und dem CO2 zusammen. Der öffentliche Verkehr wird auch zu teuer, wenn er wenig genutzt wird. Das betrifft vor allem die ländlichen Regionen der Steiermark.

Bei Magna Steyr in Graz sind die Umsätze im Vorjahr gestiegen. Wird es Ihrer Einschätzung nach heuer weiter nach oben gehen?
2020 wird ein schwieriges Jahr. Vor allem wegen der Corona-Problematik. Die Autokäufe in China gegen dramatisch zurück. Die erste Februar-Hälfte war besonders schlimm: Hier wurden um 90 Prozent weniger Autos verkauft. Die deutsche Autoindustrie und mit ihr auch die österreichische hängt enorm an China dran. 40 Prozent der VW-Marken werden mittlerweile in China abgesetzt. Leute, die in Quarantäne sind, kaufen keine Autos. Das wird leider auch Magna treffen.

Was fehlt der E-Mobilität noch, um Diesel-Pkw und Benzinern ernsthaft Konkurrenz zu machen?
Die Autokäufer wollen keine Risiken. Es gibt noch Unsicherheiten im Bereich der Reichweite, viele fragen sich auch: Was ist mein E-Auto noch wert, wenn ich es später gebraucht verkaufe? Ohne Subventionen sind die Anschaffungskosten für viele zudem noch zu hoch.

Bringt die neue Elektromobilität die heimische Autoindustrie in die Krise?
Die Umstellung auf E-Autos ist eine Riesen-Herausforderung und wird für die Autobauer sehr teuer. Die nächsten fünf Jahre werden für Aktionäre von Autoherstellern eine harte Zeit.

Können wir uns neue, immer besser ausgestattete Autos in Zukunft überhaupt noch leisten?
Es wird beim Kaufpreis immer eine Bandbreite geben, aus der wir auswählen können. Die Österreicher lieben ja ihre Autos und werden sie sich auch weiter leisten können!

Wie sieht das Auto der Zukunft aus? Wann fliegen wir zur Arbeit?
Nie! Der Massenverkehr wird nicht in der Luft stattfinden, schon in meiner Jugend gab es solche UFO-Geschichten. Aber wir werden 2050 autonom fahren.

Jörg Schwaiger
Jörg Schwaiger
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