18.02.2020 19:15 |

LKH Eisenerz

Altes Spital wird zur Spielwiese für Jungmediziner

Das Spital in Eisenerz erwacht wieder zum Leben - jedoch nicht mit echten Patienten, sondern als Test-Umgebung für Studenten der Medizinischen Universität Graz. Nun sollen sie in dem ehemaligen Landeskrankenhaus erstmals durch verschiedenste Szenarien auf ihren späteren Berufsalltag vorbereitet werden.

Ab morgen wird die obersteirische Klinik, die davor etwa ein Jahr leer stand, mit über 40 voll ausgestatteten Räumen wieder eröffnet. Anstatt echter Patienten finden sich dort aber Simulationspuppen und Schauspieler. In einem mehrtägigen Training sollen im „SIM Campus“ realistische Situationen nachgespielt werden, das reicht von Corona-Verdachtsfällen über Herzinfarkte bis hin zum Überbringen von schlechten Nachrichten an Patienten.

Studierende können sich ausprobieren
Etwa 30 Studenten wurden im Rahmen der freiwilligen Lehrveranstaltung „Die Grazer SIMLine“ bereits auf die häufigsten Notfallbilder vorbereitet, ab morgen können sie ihr Wissen in einer sicheren Umgebung anwenden. „Die Studierenden haben die Möglichkeit sich auszuprobieren. Es ist kein ,Bootcamp‘, sondern soll zeigen, wie man selbst mit Überlastungs- oder Unterforderungsphasen umgeht“, erklärt Geschäftsführer Thomas Wegscheider.

Laiendarsteller als Patienten
Begonnen wird schon in dieser Woche mit kleineren Workshops, thematisiert wird unter anderem die Evakuierung eines Krankenhauses. Die „Vollsimulation“ beginnt eine Woche darauf und dauert zwei Tage. Der Fokus liegt auf der Erkennung von Krankheiten und der Entscheidung über Aufnahme, Entlassung und Verlegung. Als Patienten dienen Laiendarsteller, die vorher trainiert werden.

Auch Einsatzkäfte können hier üben
Der „SIM Campus“ ist aber noch viel mehr als ein Simulationskrankenhaus. An fünf Schauplätzen sollen auch Sicherheitskräfte, Sanitäter und Feuerwehrleute ausgebildet werden. Um den Erzberg entsteht beispielsweise ein zerstörter Stadtteil, der auf Einsätze in Katastrophengebieten vorbereiten soll. Ein Simulationsbahnhof kann Themen wie Terrorismus oder Geburten in Eisenbahnwaggons behandeln. Wegscheider ist vom Projekt überzeugt: "Viel realistischer geht es gar nicht, ohne Kontakt mit Patienten zu haben.’’

Julian Strassegger, Kronen Zeitung

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