09.02.2020 07:00 |

„Krone“-Aktion

Steirische Baujuwele renovieren statt ausradieren

Dass nicht immer die Abrissbirne regieren muss und Neubauten der Weisheit letzter Schluss sind, beweist etwa ein Grazer Bauträger, der sich der Revitalisierung von historischen Bauten verschrieben hat.

Aus allen Regionen der Steiermark erreichen uns Briefe und E-Mails von Lesern, die unserem Aufruf „Retten wir die steirischen Schätze“ folgen und um den Erhalt der weiß-grüne Identität stiftenden Baudenkmäler kämpfen: Alte Burgen, markante Ruinen, herrschaftliche Schlösser und historische Mühlen spiegeln die Geschichte des Landes wider. Tenor: Wenn sie verfallen, hat die Steiermark Wahrzeichen ihrer Regionen für immer verloren.

Wie von der „Krone“ aufgezeigt, wurden in den vergangenen Jahren speziell in der Landeshauptstadt prächtige Villen Opfer der Abrissbirne und mussten tristen Betonklötzen weichen. Doch nicht immer sind Neubauten der Weisheit letzter Schluss.

Denn es geht auch anders, wie etwa die Grazer Bauträgergesellschaft „Alt & Neu“ vorzeigt. In den vergangenen Jahren nahm das Unternehmen zahlreiche Kulturbauten in der Murmetropole unter seine „Fittiche“ und renovierte sie neu, wie etwa die Villa Dettelbach in der Merangasse 77. Wie diese finanzielle Gratwanderung - am Beispiel des zweigeschoßigen Gebäudes aus dem Jahr 1875 - funktioniert? „In einem ehemaligen Park, der zur Villa gehörte, ist ein Neubau mit Wohnungen entstanden. Durch diese zusätzliche Nutzung der großen Grundfläche ist die Erhaltung des Baudenkmals leistbar“, erklärt Baumeister Rudolf Leitner.

Altbauten zeichnen sich durch Wohnqualität aus
In der Grazer Leonhardstraße wandelte der Bauträger eine ehemalige leerstehende Hafnerei in ein modernes Wohnhaus um, in einer alten Fabriksanlage in Gösting gibt es nun 145 Wohnungen. „Eine Revitalisierung mit umfassender Altbau-Sanierung ist unter wirtschaftlichen Aspekten mithilfe einer Wohnbauförderung und durch Investoren möglich“, sagt Martin Pichler von der „Alt & Neu“ -Geschäftsführung. Dem Bauherr erwachsen dadurch steuerliche Vorteile, die Mieter kommen in den Genuss von günstigem Wohnraum. Er ist überzeugt: „Altbauten zeichnen sich durch eine besondere Wohnqualität aus und haben den Charme der Vergangenheit!“ Daher plädiert Pichler für den Erhalt der Gründerzeitviertel mit ihren quadratischen Grundflächen und schönen Innenhöfen und Vorgärten.

Sanierung von alten Gewächshäusern
Gute Nachricht für die desolaten historischen Gewächshäuser des Botanischen Gartens nahe der Universität Graz: Im Gemeinderat kommenden Donnerstag soll der Beitrag der Stadt Graz zu dem 3,8 Millionen Euro schweren Sanierungsprojekt beschlossen werden.

Jörg Schwaiger
Jörg Schwaiger
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