03.02.2020 08:00 |

Tausende Steirer krank

Grippewelle steuert nun auf ihren Höhepunkt zu

Neben der Aufregung um das Coronavirus geht beinahe unter, dass bei uns die grippalen Infekte und die Influenza auf ihre Höhepunkte zusteuern. In der Steiermark sind ganze Büros und Klassen „entvölkert“.

Die „Steirerkrone“-Redaktion - wie viele andere Büros - ist und war immer schon ein guter Gradmesser: Wenn es hier an allen Ecken schnupft, hustet und der eine oder andere Bürosessel leer bleibt, dann wissen wir: Die Grippe ist im Land.

Die offizielle Zahl der Gesundheitskasse bestätigt den Verdacht: Der vorläufige Höhepunkt scheint anhand der Statistiken noch nicht erreicht. Zum Vergleich: Im Februar 2018 gab es etwa 12.400 Erkrankungen, davon 685 echte Influenzafälle. Die Spitze dürfte also noch bevorstehen.

Kinder perfektes Grippe-Reservoir
Kindergartengruppen und Schulklassen sind steiermarkweit vielfach schon etwas ausgedünnt. „Kinder sind eben ein perfektes Reservoir für Viren aller Art“, erklärt Landessanitätsdirektorin Ilse Groß. „Ihr Immunsystem ist noch nicht geschult. Während Erwachsene durchaus mit Erregern in Kontakt kommen können und ihr Immunsystem diese abwehrt, ohne dass der Betreffende das merkt.“

Interessantes Detail: Selbst schwer „grippegeschwächte“ Schulen könnten nicht von der Behörde geschlossen werden. Ilse Groß: „So eine Maßnahme ginge nur bei meldepflichtigen Krankheiten, wie etwa Masern. Grippe und Infekte gehören nicht dazu.“

Steirer sind Impfmuffel
Beim Impfen sind die Steirer Muffel: „Wenngleich die Rate in der aktuellen Saison leicht angestiegen ist“, sagt Apotheker Gerhard Kobinger. Lag sie sonst meist bei sechs Prozent, stieg sie diesmal auf nahezu zehn. Aber noch immer scheinen viele die Krankheit nicht ernst zu nehmen. Oder man verzichtet darauf, weil die Spritze „nur“ gegen Influenza und nicht gegen die grippalen Infekte hilft.

Kobinger: „Beachtlich, dass sich im Gegenzug so viele wegen des Coronavirus Sorgen machen. Da ist es zu bedauerlichen circa 300 Todesfällen in China gekommen – an der echten Grippe sterben aber in Österreich 1600 Menschen im Jahr.“ Übrigens: Mundschutz ist in den steirischen Apotheken ausverkauft! Kobinger: „Der bringt aber eigentlich nur etwas, wenn Erkrankte ihn tragen. Nicht Gesunde.“

Was unterscheidet einen grippalen Infekt und Influenza?

Influenza
Typische Symptome:
- schlagartiger Beginn
- Gliederschmerzen
- schweres Krankheitsgefühl
- hohes Fieber
- quälender Reizhusten
- oft wochenlange Dauer

Die Influenzavirusinfektionen werden diesmal vorwiegend durch die Virenstämme AH1N1 und AH3N2 übertragen. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfchen oder Schmierinfektion. Die Influenza ist nicht „nur“ wegen der Grippe selbst ernstzunehmen, sondern auch wegen möglicher daraus resultierender Krankheiten wie Lungenentzündung - gefährlich vor allem für ältere und geschwächte Personen. Influenza fordert in Österreich bis zu 1600 Tote im Jahr.

Grippaler Infekt
Typische Symptome:
- langsamer Beginn
- meist äußert sich die Erkrankung zunächst in Halskratzen und Schnupfen
- Husten
- mäßiges Fieber

Auch hier gilt es, im Bett zu bleiben, sobald man sich unwohl fühlt, und auch einen Arzt zu konsultieren, wenn man das Gefühl hat, medizinischen Beistand zu brauchen. Übertragen werden die Viren vor allem beim Husten und Niesen, wenn sich die Tröpfchen verteilen. Hände ordentlich waschen und gegebenenfalls desinfizieren, in den Ellbogen statt in die Hände niesen und husten. Vitamin C (z. B über heiße Zitronade) hilft. Abwarten und Tee trinken ist die Devise.

Christa Bluemel
Christa Bluemel
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