27.01.2020 08:00 |

Coronavirus:

Steirer sind achtsam - aber nicht hysterisch

Auch in der Steiermark überlässt man beim Thema Corona nichts dem Zufall. „Im Ernstfall geht alles nach Plan“, sagt der oberste Spitalshygieniker Klaus Vander. Zumal der Aufwand „wesentlich geringer“ sei als es etwa bei Ebola der Fall wäre.

In der Grazer Uniklinik ist man nicht im Stress, weder werden unter Hochdruck Isolationsstationen errichtet noch Schutzanzüge geordert. „Dazu besteht auch kein Anlass“, betont Dr. Klaus Vander, „dennoch läuft alles nach Plan“. Die Mitarbeiter speziell in den Ambulanzen seien informiert, Desinfektionsmittel und Mundschutz hätte man in großer Zahl immer vorrätig, und die Informationstafeln seien seit Längerem gut sichtbar angebracht. Jene, auf denen man rät, sich immer die Hände zu desinfizieren. Vander: „Das, verbunden mit Mund- und Augenschutz, sollte Ansteckung gut vermeiden.“

Denn das sei das „Gute“ an der Krankheit, dass sie nur über Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen, „man sich davor also gut schützen kann“.

Und auch der Notfallplan stehe, so Vander: „Ein Betroffener würde vermutlich im Rettungswagen kommen, in dem schon alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, oder in einer Ambulanz erscheinen. Ich hoffe, dass er selbst sich dort schon schützt! Sonst würden die Mitarbeiter ihn sofort mit Mundschutz und Obermantel versehen und ihn in ein Einzelzimmer verlegen, das sie selbst nur noch entsprechend geschützt betreten. Dort würde dann Diagnostik und Behandlung erfolgen, bis der Patient wieder entlassen werden kann.“

Weiters: „Personal und Mitarbeiter, die in unmittelbarer Nähe des Kranken waren, würden befragt. Danach wird individuell gehandelt.“

Anders als bei Ebola könne man sich gut schützen, „dort erfolgt die Ansteckung ja auch über die Haut oder kleinste Verletzungen.“ Schutzanzüge für so einen Ernstfall sind ebenfalls Standard in der Klinik. 

Klaus Vander ist „wachsam, aber nicht aufgeregt, und ich warne hier wirklich vor jeder Form der Panikmache“. Und er zeigt Vergleiche auf: „Man muss die Kirche im Dorf lassen. Bislang gab es Todesfälle, die natürlich tragisch sind, aber es handelt sich um Dutzende. Zum Vergleich: Allein in Österreich sind im Jahr 2018 gut 1600 Menschen an der Grippe gestorben. Nur in den drei Monaten der Influenza-Saison. Weltweit hochgerechnet liegt die Zahl der Influenza-Todesopfer bei zwei Millionen im Jahr. Dennoch regt das niemanden extrem auf - das sieht man an der Impfrate“

Christa Bluemel
Christa Bluemel
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