20.01.2020 09:06 |

Tamsweger Vereinigte

Festumzug und ein Wirtshaus auf Rädern

Mit einem großen Festzug erwies die älteste Bruderschaft Österreichs – die Vereinigten zu Tamsweg – ihrem neuen Kommissär Walter Salmer die Ehre. 13 prachtvolle Wägen rollten über den Marktplatz und läuteten mit buntem Treiben die traditionelle Festwoche ein.

Der Ausnahmezustand in Tamsweg hat Tradition: Diese Woche gehört die Gemeinde ganz den Vereinigten. Am Sonntag veranstalteten sie für ihren neu gewählten Kommissär den berühmten Umzug. 13 Wägen zeigten lustige Episoden aus dem Leben des neuen Kommissärs. „Eigentlich haben meine Frau und ich ein blütenweißes Blatt Papier“, lachte Salmer im Vorfeld.

Seine Bruderschafts-Kollegen fanden dennoch genügend Stoff für ihre aufwändig gestalteten Wägen. Mit mehr als 22 Metern Länge hatte die Vereinigtengruppe Ottingweg den größten - ein originalgetreuer Nachbau des Gasthofs Knappenwirt. „Der Besitzer will das Gasthaus verkaufen und der Kommissär ist in der Immobilienbranche tätig“, spekulierte Wagen-Mitgestalter Albert Brandstätter auf einen Kauf. 20 Leute arbeiteten knapp zweieinhalb Wochen an dem Wagen. 

Die Vereinigung ist in ihrer Form einzigartig. Handwerker hatten die Bruderschaft 1738 ins Leben gerufen, damals wegen des Zunftverbots. Gegenseitige Hilfe war das oberste Motto. Alle drei Jahre wird ein neuen Kommissär gewählt. Ihm zu Ehren wird vor der jährlich stattfindenden Festwoche ein großer Umzug veranstaltet. Ein besonderes Ereignis: Auch Landeshauptmann Wilfried Haslauer, selbst Mitglied bei den Vereinigten, saß auf der Ehrentribüne.

Nach dem Umzug versammelten sich die Wägen alle am Marktplatz. Der Kommissär persönlich musste daraufhin jeden Wagen einzeln abnehmen – und wurde auf jedem verköstigt. Auch für die Besucher wurde direkt von den Wägen aus ausgeschenkt.

Heute startet die Festwoche offiziell mit der Bärenvesper, morgen steht der „Hohe Festtag“ am Programm. „Der absolute Höhepunkt. Dann marschieren die 750 Vereinigten über den Marktplatz in die Kirche. Danach gibt es das Bruderschaftsmahl“, sagte Salmer. Ein gemeinsames Festmahl, bei dem Streitigkeiten des vergangenen Jahres geschlichtet werden sollen. Beim „Maschgera“ am Mittwoch gehen die Vereinigten maskiert eine Runde von Gasthof zu Gasthof. Am Donnerstag ziehen die Junggesellen durch den Markt. Am Freitagabend wird zum Ende der Woche das „Geldbeutelwaschen“ veranstaltet.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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