17.01.2020 23:30 |

Zu Gast in Katar

Bullen setzen die Scheuklappen auf

Meister Salzburg kehrte zurück nach Doha und bestreitet dort sein Winter-Trainingslager. Menschenrechte spielen kein großes Thema.

Die Fußball-WM 2022 findet in Katar statt. Die Leichtathletik-Titelkämpfe gingen ebendort im letzten Jahr über die Bühne, die Handball-Titelkämpfe wurden 2015 am Persischen Golf abgehalten. Und die MotoGP ist seit 2004 Stammgast.

Nun kehrte Meister Salzburg zurück in die „Aspire Academy“ in Doha - an jenen Ort, an dem sich die Mozartstädter schon 2014 und 2015 aufs Frühjahr vorbereiteten. Die Beweggründe liegen für Geschäftsführer Stephan Reiter auf der Hand: „Wir haben dort ausgezeichnete Trainingsbedingungen, dazu Wetterstabilität.“ Markus Egger, ein Vorgänger von Reiter und aktuell Direktor für Sport und Strategie in der Luxus-Akademie in Doha, war beim Einfädeln des Deals mitbeteiligt. „Er spielte natürlich eine Rolle in der Koordination“, meinte Reiter.

Salzburgs Geschäftsführer Stephan Reiter: „Es geht nur um Sport“


Gute Bedingungen fänden die Bullen auch auf der iberischen Halbinsel vor. In Spanien und Portugal werden zudem, anders als in Katar, Menschenrechte nicht mit Füßen getreten, wird Homosexualität nicht bestraft, Arbeitnehmern auch nicht der Pass abgenommen, um sie unter Druck setzen zu können. „Für uns geht es um die sportlichen Aspekte“, betonte Reiter, der sich zur politschen Lage auf der arabischen Halbinsel nicht äußern wollte. „Wir nutzen die Trainingsmöglichkeiten in Doha. Wie es die Bayern, Ajax, PSV Eindhoven oder auch andere Topvereine aus Europa tun.“

Die Bullen setzen die Scheuklappen auf und sind tatsächlich in „bester“ Gesellschaft, wie die Gastspiele anderer prominenter Klubs oder die eingangs erwähnten Großveranstaltungen zeigen. Ob dies die Reise in das Emirat legitimiert, muss aber in Frage gestellt werden.

Christoph Nister
Christoph Nister
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