Fromme Lebensretter

Unter Mopedauto eingeklemmt: Pilger befreien Obersteirer

Steiermark
25.06.2010 09:35
Es gibt sie doch, die kleinen Wunder. Vielleicht auch das, was als göttliche Fügung bezeichnet wird: Zehn fromme Pilger aus Graz sind am Donnerstag in Mitterdorf im Mürztal zu Lebensrettern geworden. Die Gruppe befreite einen 63-jährigen Pensionisten, der hilflos unter seinem 350 Kilogramm schweren Mopedauto eingeklemmt war.

Gegen 16 Uhr fuhr der 63-Jährige in seiner Garage mit dem Mopedauto auf eine Rampe, weil er den Auspuff des Gefährts reparieren wollte. Warum der alleinstehende Obersteirer zuvor die Garagentür zusperrte - darüber kann ein erhebender Polizeibeamter nur spekulieren: "Er wollte vermutlich beim Arbeiten auf Nummer sicher gehen, dass er nicht gestört wird." Das hätte dem 63-Jährigen jedoch beinahe das Leben gekostet.

Vermutlich hatte er die Handbremse seines Gefährts nicht fest genug angezogen - und so nahm das Unglück seinen Lauf. Das Mopedauto geriet ins Rollen und blieb schließlich auf dem Brustkorb des Pensionisten stehen. 350 Kilo auf dem Körper, kein Mensch im Haus, niemand, der hätte helfen können. In seiner Verzweiflung schrie der Mann um Hilfe - in der Hoffnung auf ein Wunder. Tatsächlich geschah ein kleines Wunder, denn eine Gruppe Grazer war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.

Mariazell-Pilger kamen zufällig am Haus vorbei
Die zehn Pilger, die nach Mariazell unterwegs waren, gingen auf dem Weg zur verdienten Jause zufällig am Haus des 63-Jährigen vorbei, hörten ihn schreien und jammern. Die Wanderer wollten die hölzerne Garagentür öffnen, doch diese war versperrt.

Guter Rat war teuer, aber dann fanden die Helfer vor dem Haus ein Eisenrohr. Mit vereinten Kräften gelang es den Grazern schließlich doch, die Holztür aufzubrechen. Dann hoben die Pilger gemeinsam das Mopedauto auf, zogen den Obersteirer behutsam ins Freie, brachten den Mann in Seitenlage und verständigten das Rote Kreuz. Der Pensionist kam mit einem Bruch des Brustbeins relativ glimpflich davon. Er erholt sich derzeit im Landeskrankenhaus Mürzzuschlag. Für die Pilger war ihr - vorbildlicher - Einsatz ganz selbstverständlich.

von Manfred Niederl ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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