20.12.2019 13:00 |

Alle Jahre wieder

Ein Haustier ist kein Weihnachtsgeschenk

Ein Tier lässt sich nicht wie ein zu kleiner Pullover nach den Feiertagen umtauschen - ist die Anschaffung nicht überlegt, wartet auf die Tiere nur all zu oft das Heim.

Alle Jahre wieder werden Welpen groß, Babykatzen erwachsen und das eine oder andere vermeintliche Kaninchen zum echten Hasen. Ist die Anschaffung des Haustieres nicht intensiv durchdacht, geht der weihnachtliche Glanz dann spätestens vor dem Sommerurlaub verloren – und die Überraschung unter dem Baum wird zur Überraschung vor der Tierheimtür.

„Bewusstein minimal besser“
„Auch wenn es als nettes Geschenk gedacht ist, landen viele Tiere im Heim, wenn die Beschenkten mit der Pflege und Versorgung der Vierbeiner überfordert sind“, sagt Kristin Müller vom Tierheim Mentlberg in Innsbruck. Minimal besser schätze sie das Bewusstsein dafür ein, dass Tiere Verantwortung und Arbeit bedeuten. Dennoch sind es immer noch zu viele Vierbeiner, die nach den Feiertagen abgegeben oder im schlimmsten Fall ausgesetzt werden.

Trubel zu Weihnachten bedeutet Stress für Tiere
„Die Anschaffung eines Haustieres muss gut überlegt und mit der gesamten Familie besprochen sein“, betont Müller daher. Doch auch wenn die Entscheidung gemeinsam getroffen wurde, sollte man Tiere erst nach den Feiertagen aufnehmen. „Gerade um die Weihnachtszeit ist das Haus meist gut besucht. Für den neuen Familienzuwachs, der sich erst an die Situation gewöhnen muss, ein stressiges Umfeld“, erklärt die Tierschützerin.

Damit ein Haustier auf Dauer ein wertvoller Zuwachs für die Familie ist, sollten also einige Punkte beachtet werden, wie Müller der „Tiroler Krone“ verriet:

  • Die Entscheidung muss gemeinsam mit der ganzen Familie getroffen werden. Eltern muss klar sein, dass Kinder nicht alleine für die Versorgung eines Tieres verantwortlich sein können.
  • Auch wenn sich das Kind noch so sehr einen tierischen Freund wünscht, es kann immer vorkommen, dass die Begeisterung schwindet und sich das Kind nicht mehr darum kümmert – dann müssen die Eltern einspringen.
  • Die Haltung eines Tieres bringt Ausgaben mit sich. Es muss also klar sein, dass neben Zeit auch finanzielle Mittel gebraucht werden .
  • Gerade Kleintiere wie zum Beispiel Meerschweinchen und Kaninchen sind bei Kindern beliebt. Doch sie sind Fluchttiere, viele wollen nicht gekuschelt werden. Hunde oder Katzen sind Berührungen gegenüber meist entspannter.

Christkind für Tierheim-Schützlinge sein
Nicht Tiere verschenken, sondern den Tieren etwas schenken, lautet daher ein schöneres Motto. Ein Baum mit Fotos der Tiere samt deren Wünsche darauf steht aktuell in der Fressnapf-Filiale in der Cyta in Völs und bei „Kölle Zoo“ in Neu-Rum. So kann man beim Einkauf das ein oder andere Geschenk für die Schützlinge des Tierheims Mentlberg in Innsbruck mitkaufen und den Vierbeinern unter den Baum legen. Wer will, kann Geschenke natürlich auch persönlich vorbei bringen, sagt Mentlberg-Chefin Kristin Müller.

Auch über die Aktion „Christkind für Tierheimtiere - Tier und wir“ können Vierbeiner beschenkt werden. Auf der Webseite kann man sich teilnehmende Tierheime und in weiterer Folge deren Schützlinge aussuchen und beschenken. Auf der entsprechenden Facebook-Seite gibt es Videos und Fotos der Tiere samt ihren Präsenten - und wer weiß, vielleicht verliebt man sich ja so sehr, dass man das Tier nach dem Trubel der Feiertage gar adoptieren will.

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter
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