"Sub auspiciis"

Wie man es schafft, mit Auszeichnung zu promovieren

Steiermark
22.06.2010 12:20
Zwei Nachwuchsforscher der Karl-Franzens-Universität werden am Freitag "sub auspiciis praesidentis" - also unter Anwesenheit von Heinz Fischer - promoviert. Die Doktoranden Ian Kopacka (30, Bild) aus Graz und Markus Huber aus Lassing haben ihre gesamte Ausbildung mit "ausgezeichnetem Erfolg" abgeschlossen. Die "Steirerkrone" hat Ersteren zum Interview gebeten.

"Krone": Wie schafft man es, "sub auspiciis" zu promovieren?
Ian Kopacka: Wenn man seine gesamte Ausbildung, also Mittelschul-Oberstufe, Matura und Studium mit "ausgezeichnetem Erfolg" absolviert. Das war bei mir der Fall. Als "Belohnung" dafür bekommt man dann vom Bundespräsidenten einen Ehrenring überreicht.

"Krone": Das klingt so einfach. Hatten Sie nie einen Zweier im Zeugnis?
Kopacka: Ich glaube, in der ersten Klasse im Grazer Körösi-Gymnasium hab ich in Turnen einen Zweier ausgefasst. Das war's dann aber auch schon.

"Krone": Auch auf der Uni nie ins Strudeln gekommen?
Kopacka: Eigentlich nicht, meine Prüfungen wurden immer mit Sehr gut benotet. Kinderspiel war das Mathematikstudium trotzdem keines, ich hab recht schnell gemerkt, dass der Stoff um einiges komplizierter ist als in der Mittelschule.

"Krone": Wie schaut das in der Praxis aus - Büffeln bis zum Umfallen?
Kopacka: Nein, das sicher nicht. Ich hab mir halt leichtgetan beim Lernen und wollte mich auf alle Prüfungen, sowohl in der Schul- als auch in der Studienzeit, gut vorbereiten. Mir war es immer lieber, auf Nummer sicher zu gehen anstatt zu spekulieren. Da war ich eben ein Angsthase.

"Krone": Hatten Sie trotzdem auch ausreichend Freizeit?
Kopacka: Natürlich, ich bin zum Beispiel auch Musiker. Ich hab früher in einer Rockband Gitarre gespielt, war ein Jahr in London, um eine Musikerkarriere zu probieren und spiele auch jetzt noch gerne Gitarre. Abgegangen ist mir da nie was.

"Krone": Wie kommt man überhaupt dazu, Numerische Mathematik zu studieren?
Kopacka: Mich hat Mathematik immer fasziniert, weil man sich an klare Regeln halten muss, um am Ende zum richtigen Ergebnis zu kommen. Wenn man Mathematik studiert, rechnet man weniger, es hat mehr mit Logik und der Suche nach Lösungen zu tun.

"Krone": Mein größtes Problem in der Schulzeit war schon die Mathematik an sich. Wie kann man sich ausgerechnet für das Rechnen begeistern?
Kopacka: Wie Sie haben viele andere bereits in der Schule schlechte Erfahrungen damit gemacht. Doch so schlimm, wie die meisten denken, ist die Mathematik gar nicht. Die Angst davor ist unbegründet. Wer etwa gerne Rätsel löst, ist bereits auf dem besten Weg zum Mathematiker.

"Krone": Woher haben Sie Ihr mathematisches Talent?
Kopacka: Ich glaub, das kommt von meiner Mutter - obwohl's auch die Oma gern für sich reklamiert..."

"Krone": Sie haben ja auch einen Literaturpreis gewonnen.
Kopacka: Ja, jenen der Akademie Graz im Bereich Short-Stories. Da hab ich wohl auch etwas vom schreiberischen Talent meines Vaters geerbt, der ist ja Journalist bei der "Steirerkrone".

"Krone": Was machen Sie jetzt?
Kopacka: Ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der AGES, der Agentur für Ernährungssicherheit, in Graz. Dort erstelle ich Modelle und berechne zum Beispiel mögliche Krankheitsverläufe, etwa im Fall eines Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche.

"Krone": Herzliche Gratulation zu Ihrer Auszeichnung. Ein bisserl stolz?
Kopacka: Schwer zu sagen. Stolz bin ich eher nicht, aber zufrieden. Ich find's ganz gut, dass alles geklappt hat. Richtig stolz sind allerdings meine Eltern.

Interview: Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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