12.12.2019 05:30 |

Neue Namen

Loipersdorf und Schwanberg werden neue Kurorte

Die Steiermark hat zwei neue Kurorte: Loipersdorf und Schwanberg dürfen ab nächstes Jahr den prestigeträchtigen Zusatz „Bad“ tragen. Welche Auflagen erfüllt werden mussten und was sich Tourismus-Vertreter erhoffen.

Wolfgang Schüssel war noch nicht Bundeskanzler, und das World Trade Center in New York stand noch - im Oktober 1999 schickte die Gemeinde Loipersdorf den ersten Brief an die Landesregierung mit der Bitte, das Prädikat „Kurort“ zu erhalten. 20 Jahre später ist es endlich geschafft. „Die Freude ist riesengroß“, jubelt Bürgermeister Herbert Spirk.

Verkehr war großes Hindernis
46 Auflagen mussten erfüllt werden, 1,8 Millionen Euro hat die Gemeinde dafür ausgegeben. Der große Knackpunkt waren die Luft-Immissionswerte. „Wir haben viel Durchzugsverkehr im Ort. Um die strengen Werte zu erfüllen, haben wir mehrere verkehrsberuhigende Maßnahmen gesetzt“, erzählt Spirk. Jahrelang wurde Tag und Nacht an neun Stationen gemessen, bis nun endlich das positive Ergebnis erreicht war.

Im Oktober gab die Landesregierung endgültig grünes Licht, ab 1. Jänner lautet der Gemeindename „Bad Loipersdorf“. Damit ist die „Mutter aller Thermen“, für die es nächstes Jahr übrigens eine neue Heilwasser-Bohrung geben wird, endlich auch ein Bäderkurort. „Eine Prestigesache!“, so Spirk.

Das letzte Puzzleteil wird nun eingesetzt
Wesentlich flotter ging es im weststeirischen Schwanberg. „Vor zwei Jahren haben wir mit den Messungen begonnen, heuer im Frühjahr sind wir fertig geworden. Wir haben den Antrag gestellt, dann ist es rasch gegangen“, berichtet Bürgermeister Karlheinz Schuster.

Ein letztes Puzzleteil fehlt noch: Die Verordnung, die den Umfang des so genannten Kurbezirks festlegt (im Fall von Schwanberg ist es das ganze Gemeindegebiet), wird kommende Woche von der Landesregierung beschlossen, heißt es aus dem Büro von Gesundheitslandesrat Christopher Drexler.

Gemeindefusion erleicherte Vorgang
Ausschlaggebend ist natürlich das Anfang der 70er-Jahre errichtete Heilmoorbad. Der Wunsch, ein Kurort zu werden, besteht laut Schuster schon länger. Bis 2015 lagen aber Hochmoor (Garanas) und das Bad selbst (Schwanberg) in zwei verschiedenen Gemeinden; die Fusion 2015 hat das Vorhaben erleichtert.

Die Umbenennung in „Bad Schwanberg“ wurde im letzten Gemeinderat bereits beschlossen und beim Land beantragt. Die Kurtaxe wird wahrscheinlich ab dem zweiten Quartal 2020 eingehoben werden.

18 Gemeinden tragen bereits das Prädikat
Mit Schwanberg und Loipersdorf gibt es bald 18 steirische Kurorte (siehe Grafik oben). Darunter sind sehr traditionelle wie Bad Aussee (seit 1868), Aflenz (1920) und Laßnitzhöhe (1928), aber auch junge Neuzugänge wie Bad Blumau (2001), Krakau (2002), Fischbach (2003), Ramsau (2004) und Grundlsee (2017). Weitere könnten folgen, laut Land gibt es noch mehr Heilvorkommen in der Steiermark.

Jakob Traby
Jakob Traby
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