Dass Elton John nicht nur Fabrikant von bombastischem Kuschelpop ist, sondern genialer Songwriter, zeigte er vor allem im ersten Teil. Nach dem länglichem Intro und der etwas plüschigen, aber großartigen Rock 'n' Roll-Hommage "Saturday Night's Alright (For Fighting)" setzte Sir Elton mit Songs vom Meisteralbum "Madman across the Water" ein markantes Statement. "Levon" und dem schwerelos-bittersüßen "Tiny Dancer" sollten an diesem Abend noch viele bekanntere, aber schwerlich bessere Songs folgen.
Himmlische Melodien
m Mittelteil faszinierte John mit der ungenierten Aneinanderreihung der sentimentalen Großtaten "Goodbye Yellow Brick Road", "Daniel" und "Rocket Man": Zuckersüße, himmlische Melodien, die mit den Jahren freilich leicht in die Breite gegangen sind. Die Tendenz, Songs auszudehnen und damit nicht selten auszudünnen, gehört offenbar zum Fix-Repertoire von Sir Eltons Shows.
Der Weg des letzten Konzertdrittels führte über den berühmten Edelkitsch inklusive "Candle in the Wind" zu übermütigen, hinreißenden Up-Tempo-Stücken. "The Bitch is Back", "I'm Still Standing" und "Crocodile Rock" beendeten das Konzert fulminant. Der aufgeräumte Weltstar bedankte sich für den Jubel mit Zugaben. Dem aufgedonnerten "Circle of Life" ließ er das große (man beachte den Unterschied) "Your Song" folgen. Aufgedonnert sind zum Glück ja nur einige seiner Songs, dass er selbst nicht nur ein großer Star, sondern auch ein großer Künstler ist, darüber ließ Elton John an diesem Abend keine Zweifel zu.
von Martin Gasser, "Steirerkrone"
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