22.11.2019 08:00 |

In Ausnahmesituationen

Bergrettung und Rotes Kreuz gehen Kooperation ein

Um die medizinische Versorgung der Bevölkerung bei widrigsten Witterungsbedingungen gewährleisten zu können, arbeiten die Tiroler Bergrettung und das Rote Kreuz jetzt koordiniert zusammen. Bei der dramatischen Wettersituation zuletzt in Osttirol hat sich diese „institutionalisierte“ Kooperation bestens bewährt.

„Wenn Täler wegen Lawinengefahr abgeschnitten sind, ist die Bergrettung ein ganz wichtiger Partner“, sagte Andreas Karl, GF des Rettungsdiensts Tirol (ein Tochterbetrieb des Roten Kreuzes), am Donnerstag bei der Präsentation der Zusammenarbeit in Telfs. Kein Wunder: In den Reihen der Tiroler Bergrettung stehen 63 Notärzte und 85 Rettungssanitäter, wie Landesleiter Hermann Spiegl informierte. Viele Bergretter sind außerdem freiwillige Rot-Kreuz-Mitarbeiter. Die geländegängigen Bergrettungsfahrzeuge verfügen über eine minimalistische medizinische Ausrüstung und können Liegendtransporte durchführen.

Start bereits 2018
Die Kooperation funktionierte bisher einmal besser, einmal schlechter und hing von einzelnen Personen ab. 2018 hat Markus Isser, Leiter Alpinmedizin der Bergrettung, damit begonnen, sie auf fundierte Beine zu stellen. Die Feuertaufe wurde während des Schneechaos im Jänner bestanden, obwohl sich noch nicht alles auf Schiene befand.

Wenn etwa ein Ort nicht mehr erreichbar ist, verständigt die Leitstelle Tirol das Rote Kreuz, daraufhin sprechen sich die Journaldienste von Rettung und Bergrettung ab und beschließen geeignete Maßnahmen. Zuletzt war bekanntlich Prägraten abgeschnitten. Bergrettungslandesarzt Josef Burger ließ sich einfliegen, fünf First Responder des Roten Kreuzes und ein Großunfallset befanden sich im Ort. Die Versorgung der Bevölkerung war somit sichergestellt.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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