18.11.2019 07:41 |

Im Lungau und Pongau

Zivilschutz-Alarm in vier Gemeinden ausgerufen

Die Lage in Pongau, Mitter- und Unterpinzgau in Salzburg spitzte sich am Nachmittag weiter zu: Hunderte Hilfskräfte sind in den Gemeinden im Einsatz, um die Bewohner zu schützen. Das Land Salzburg hat um 17 Uhr den Zivilschutz-Alarm für vier Gemeinden ausgelöst: Muhr (Lungau), Großarl, Hüttschlag und Bad Hofgastein (alle Pongau).

„Die Bewohnerinnen und Bewohner im Ortsgebiet Muhr im Lungau werden wegen der gegebenen Muren- und Hochwassersituation dringend angehalten, ihre Wohnhäuser nicht zu verlassen“, heißt es aus der BH Lungau. Ähnlich auch die Warnung für die betroffenen Gemeinden im Pongau: „Achtung, Achtung, eine wichtige Durchsage für die Bevölkerung der Marktgemeinde Bad Hofgastein: Aufgrund der massiven Niederschläge haben sich die Bewohner von Gebäuden in Hanglagen sofort zumindest in das 1. Obergeschoß zu begeben und dort talseitig bis auf Weiteres aufzuhalten.“

Großeinsatz für die Salzburger Feuerwehren: „Seit 7 Uhr morgens sind bei uns rund 80 Leute im Einsatz. Wann die Aufräumarbeiten zu Ende sind, kann man aus jetziger Sicht überhaupt nicht sagen“, so Thomas Hartl von der Freiwilligen Feuerwehr Zell am See.

Experten prüfen betroffenen Gebiete
Seit den frühen Morgenstunden sind auch die Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung gefordert: „Sie haben die Situation bei uns im Pinzgau eingehend erkundet und Gebiete, die von Rutschungen besonders betroffen sind, identifziert. In Taxenbach, Bruck, Fusch und Rauris sind 200 Personen derzeit ohne Straßenverbindung, 13 Gebäude wurden vorsorglich evakuiert", erklärt der Pinzgauer Bezirkshauptmann Bernhard Gratz. Aktuell führen die Feuerwehren im Pinzgau 205 Einsätze durch, im Pongau 20, im Lungau zehn.

Weitere Gebäude mussten evakuiert werden
Besonders betroffen ist aktuell der Zentralraum im Pinzgau: „In Thumersbach wurden gerade zehn Häuser evakuiert und somit 24 Personen in Sicherheit gebracht. Oberhalb der Gebäude könnte nämlich eine Mure abgehen“, informiert Franz Wieser, Pressesprecher des Landesmedienzentrums, der in direktem Kontakt mit den Einsatzleitern steht. Auch Teilstrecken der B311 seien in beide Richtungen gesperrt, die ÖBB Westbahnstrecke nur eingleisig befahrbar, betonte Wieser. 

Pegelstände könnten gefährlich steigen
Während in der Stadt Salzburg aktuell sogar die Sonne scheint, sieht es im Süden Salzburgs ganz anders aus: Regen und Schnee bestimmen den gesamten Tag. Im Bereich der Tauern werden innerhalb von 24 Stunden etwa 90 Millimeter Niederschlag erwartet. Gleichzeitig weht kräftiger Südföhn, der Spitzen bis zu 80 km/h in den Tälern und bis zu 100 km/h auf den Bergen erreichen kann.

Die Schneefallgrenze steigt im Lauf des Tages auf 1.400 bis 1.800 Meter an. Dadurch verringert sich die Gefahr von unter der Schneelast umstürzenden Bäumen, allerdings rechnen die Experten des Hochwasserwarndiensts, dass der Pegelstand der Bäche Flüsse steigt und beobachten die Entwicklung daher genau. Bäche können über die Ufer treten, lokale Überflutungen sind zu erwarten.

Thumersbach könnte über die Ufer treten
In Zell am See droht der Thumersbach über die Ufer zu treten. Mit schwerem Gerät wird aktuell versucht, Verklausungen an der Brücke zu verhindern. Die Thumerbacher Landesstraße bleibt bis auf weiteres gesperrt. Die Lawinengefahr in den Hohen Tauern ist groß, im den Niederen Tauern und den Lungauer Nockbergen erheblich.

Warnung an betroffene Bewohner
Der Katastrophenschutz des Landes warnt deshalb: Autofahrten so gut wie möglich zu vermeiden, die Gefahr von Dachlawinen den Lawinenlagebericht und Informationen zur aktuellen Verkehrslage zu beachten.

ÖBB-Meldung: Zahlreiche Straßen wegen Muren gesperrt

Eine Mure blockiert zurzeit die Tauernstrecke zwischen Bad Hofgastein und Dorfgastein. Ähnlich ist die Lage zwischen Saalfelden und Hochfilzen, auch hier sind wegen Murabgängen keine Fahrten möglich.  Es gibt hier einen Schienenersatzverkehr. Zahlreiche weitere Landes- und Gemeindestraßen sind in Salzburgs Bergregionen gesperrt - Grund sind Muren und kleine bis größere Überflutungen.

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